Mit einer immer größer werdenden Anzahl an drahtlosen Geräten stoßen WLAN-Router schnell an ihre Auslastungsgrenze. Damit das Netzwerk trotzdem stabil bleibt, lohnt sich der Einsatz eines Wireless Access Points (WAP).

Im Gegensatz zu WLAN-Repeatern wird mit einem WAP das bestehende drahtlose Netzwerk nicht nur erweitert, sondern es lässt sich auch ein ganz neues Netz betreiben. Dafür ist es allerdings ein Anschluss des WAP an den bereits vorhandenen Router mit einem LAN-Kabel notwendig.

Dies erfordert zwar das Verlegen eines Kabels, doch der Zugewinn an Stabilität und Geschwindigkeit ist nicht zu unterschätzen. Da der WAP nicht nur per Kabel mit der vollen Geschwindigkeit des Routers versorgt werden kann, sondern sich in einem Raum auch besser platzieren lässt, kann sich das ausgesendete WLAN-Signal deutlich besser ausbreiten. Im Idealfall hängt der WAP in der Mitte eines Raumes an der Decke und ist mit Cat5e- oder Cat6-Kabeln angeschlossen. Er lässt sich aber je nach örtlicher Begebenheit auch anders platzieren.

Für die Auswahl des richtigen Geräts ist nicht nur der Standort, sondern auch der Einsatzzweck relevant. Sollen lediglich zum Beispiel Smart-Home-Geräte in kleineren Räumen mit WLAN versorgt werden, reichen günstige WAPs aus. Ist der Einsatzort hingegen eine große Halle oder ein Großraumbüro, sollte es ein leistungsfähigerer WAP sein.

Im Anschluss an unsere Empfehlungen gehen wir auf Fragen rund um das Thema WAP ein.

TP-Link Auranet EAP245 AC1750: Für Privatanwender und kleine Unternehmen geeignet

Der Auranet EAP245 AC1750 eignet sich sowohl für den Haushalt als auch für Büroumgebungen. Drahtlose Geräte können laut Hersteller Verbindungen über den WiFi-5-Standard im 2,4-GHz-Band mit bis zu 450 Mbps und im 5-GHz-Band mit bis zu 1.300 Mbps herstellen. Der WAP selbst erhält seine Datenverbindung vom Router über einen Gigabit-LAN-Anschluss. Die Energieversorgung kann entweder über ein Netzteil erfolgen oder, sofern die nötige Hardware dafür vorhanden ist, über Power over Ethernet (PoE).

Für die Befestigung an Wand oder Decke werden entsprechende Zubehörteile mitgeliefert. Die Einrichtung erfolgt über ein Browsermenü, in dem sich viele Einstellungen vornehmen lassen. Hier können unter anderem bis zu 16 separate drahtlose Netzwerke – jeweils 8 pro Band – konfiguriert werden, wobei sich die zwei Bänder nicht kombinieren lassen. Ein WLAN des Auranet funkt also entweder mit 2,4 oder 5 GHz. Soll das Netz später noch erweitert werden, lässt sich der Access Point mit TP-Links Omada Controller auch in ein Mesh-Netzwerk einbinden. Für vielfältige Einsatzszenarien ist der TP-Link Auranet EAP245 AC1750 daher bestens geeignet.

Zyxel NWA110AX: Schneller unterwegs mit WiFi 6

Auch der Zyxel NWA110AX ist für kleinere Unternehmen und Privatanwender gleichermaßen geeignet. Dank WiFi 6 sind verbundene Geräte sehr schnell im WLAN unterwegs und profitieren von einer besseren Aufteilung der verfügbaren Bandbreite. Im 2,4-GHz-Band erreicht der Zyxel-WAP laut Hersteller bis zu 574 Mbps und im 5-GHz-Band sollen bis zu 1.200 Mbps möglich sein. Die Datenverbindung zum WLAN-Router wird über einen Gigabit-LAN-Port hergestellt, der mittels PoE auch die Energieversorgung sicherstellen kann, sofern dies vom Router unterstützt wird. Anderenfalls kommt das externe Netzteil zum Einsatz.

Die Einrichtung des NWA110AX erfolgt über ein Browsermenü oder die App vom Hersteller. Darin enthalten ist auch ein kostenloses cloudbasiertes Management-System, welches sich für die Konfiguration aus der Ferne eignet. Sollte die Leistung eines WAPs von Zyxel nicht ausreichen, lassen sich auch hier wieder mehrere Geräte miteinander kombinieren. Die aktuelle Technik und die vielseitige Einsatzmöglichkeit haben allerdings ihren Preis, den der Zyxel NWA110AX jedoch durchaus wert ist.

Günstig und mobil: TP-Link TL-WR902AC AC750

Für kleine bis mittlere Räume und häufig wechselnde Standorte ist der TP-Link TL-WR902AC AC750 geeignet. Dieser kleine WAP eröffnet überall dort ein WiFi-5-Netzwerk, wo ein Internetzugang über einen LAN-Anschluss vorhanden ist. Als Alternative dazu lassen sich auch ein LTE- oder ein UMTS-Stick in den vorhandenen USB-Port einstecken und so mobiles Internet nutzen. Die Energieversorgung erfolgt über einen Mikro-USB-Anschluss, der zum Beispiel auch von einer Powerbank gespeist werden kann. Ein Schalter an der Seite erlaubt zudem die Wahl zwischen drei Modi, die den WAP als WLAN-Router, als Hotspot oder als Access Point betreiben.

Das vom TL-WR902AC erzeugte WLAN funkt im 2,4- und 5-GHz-Band, bietet aber geringere Datenübertragungsraten als teurere Modelle. So sind in Ersterem laut Hersteller bis zu 300 Mbps möglich, in Letzterem bis zu 433 Mbps. Auch wird kein PoE unterstützt, wodurch immer eine externe Stromquelle vorhanden sein muss. In Anbetracht des Preises und der Möglichkeit, auch mobiles Internet über WLAN bereitzustellen, eignet sich der TP-Link TL-WR902AC AC750 für flexible Einsatzzwecke.

WiFi 6 für kleine und mittelständige Unternehmen: Netgear WAX218

Natürlich kann der WAX218 auch im privaten Bereich verwendet werden. Netgear richtet sich mit diesem WAP allerdings eher an kleinere Businesskunden, die Bedarf an schnellem WiFi 6 in ihren Geschäftsräumen haben. Dabei können mit einem Gerät bis zu vier eigenständige drahtlose Netzwerke eingerichtet werden, die zudem auf voneinander getrennte Kanäle zugreifen. Das verbessert nicht nur die Datenrate, sondern ermöglicht auch das Trennen von beispielsweise privaten und geschäftlichen Datenverbindungen. Auch dieser WAP lässt sich an Wand oder Decke montieren und wird über ein Browsermenü eingerichtet.

Ist der WAP von Netgear eingerichtet, können verbundene Geräte laut Hersteller auf Datenübertragungsraten von bis zu 1.200 Mbps im 2,4-GHz-Band und bis zu 2.400 Mbps im 5-GHz-Band zurückgreifen. Die Verbindung zum Router erfolgt via LAN-Kabel an einen 2,5-Gigabit-LAN-Port. Die Energieversorgung erfolgt allerdings ausschließlich über PoE, weshalb ein optionales externes Netzteil von Netgear hinzugekauft werden muss, wenn der eigene Router dies nicht unterstützt. Trotz des hohen Preises ist der Netgear WAX218 eine gute Wahl, wenn viele Geräte mit einer stabilen und schnellen drahtlosen Verbindung kommunizieren sollen.


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(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Besonders für Geschäftskunden gedacht
  • Schnell im WLAN dank WiFi 6
  • Bis zu vier eigenständige drahtlose Netzwerke

Häufige Fragen zu WAPs

Auf der Suche nach einem Wireless Access Point ergeben sich häufig Fragen, deren Antworten nicht immer einfach sind. Die häufigsten davon sind hier zusammengetragen und bieten einen guten Einstieg in die Welt der WAPs.

Wofür wird ein WAP benötigt?

Ein WAP kommt dort zum Einsatz, wo die Reichweite eines Repeaters nicht mehr ausreicht. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Geschäftsräume, in denen sich nicht einfach mittig ein weiterer Router platzieren lässt. Hier steht die Technik meist in einem separaten Raum und Netzwerkgeräte werden per Kabel versorgt.

Ein solches Kabel kann auch zu einem WAP verlaufen, der in der Mitte eines Raumes unter der Decke angebracht wurde und von dort aus sein WLAN-Signal gleichmäßig verteilt. Auch in privaten Wohnhäusern lässt sich das WLAN-Signal auf diesem Weg verbreiten, wenn beispielsweise der primäre Router im Keller steht und ein per LAN-Kabel angeschlossener WAP die erste Etage versorgt. Im Freien, auf einer Terrasse oder im Gartenhaus kann auf diese Weise ebenfalls für WLAN-Empfang gesorgt werden.

Welche Leistung muss ein WAP bieten?

Im Idealfall unterstützt ein neuer WAP auch gleich den aktuellen WLAN-Standard (WiFi 6, 802.11ax) und lässt sich über einen gesonderten WLAN-Kanal mit dem Router verbinden, wodurch eine Verkabelung unnötig wird. Diese Geräte sind aber meist teuer, wodurch es sich lohnen kann, auf ein einfacheres Modell zu setzen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die eigenen Geräte, wie Smartphone, Tablet oder Notebook ohnehin nur einen niedrigeren Standard unterstützen.

Ein WAP hat zudem immer einen LAN-Port, der allerdings auch zu einer Beschränkung der Geschwindigkeit führen kann. Meist sind hier Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbps verbaut. Kommt es aber auf die maximale Geschwindigkeit an, lohnt es sich, ein Modell zu verwenden, dessen LAN-Port 2,5 Gbps verarbeiten kann. Diese Übertragungsrate muss dann aber auch vom heimischen Router bereitgestellt werden können.

Was muss vor dem Kauf eines WAPs beachtet werden?

Ein genauer Blick auf die Eigenschaften eines WAPs lohnt sich. Hier machen die meisten Hersteller nicht nur Angaben zum WLAN-Standard und der Geschwindigkeit des LAN-Ports, sondern auch, wie viele Geräte sich gleichzeitig mit dem WAP verbinden können.

Wichtig ist zudem, welche Flächengröße der WAP abdecken kann. Informationen zur Energieversorgung und zum Lieferumfang sollten ebenfalls vorhanden sein, damit zum Beispiel nicht nachträglich ein Netzteil gekauft werden muss, weil der eigene Router PoE als Energieversorgung über das LAN-Kabel nicht unterstützt.

Ist der WAP-Hersteller wichtig?

Ein WAP bezieht seine Datenverbindung über den LAN-Port. Dabei ist es egal, von welchem Hersteller der Router stammt, da Netzwerksignale über ein LAN-Kabel und WLAN standardisiert sind. Soll ein Access Point später um weitere WAPs erweitert werden, ist die Kopplung der Geräte eines Herstellers meist einfacher, als viele verschiedene Anbieter miteinander zu kombinieren. Zum Teil werden WAPs auch gleich in Chargen zu mehreren Stück verkauft, was den Einzelpreis etwas senkt.

Wie teuer muss ein WAP sein?

Das hängt von den individuellen Ansprüchen an den WAP ab. Sollen der neueste WiFi-Standard, ein schneller LAN-Port und eine möglichst große Abdeckung erreicht werden, kostet ein WAP schnell über 200 Euro. Genügt es, wenn die mögliche Geschwindigkeit nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht und nur wenige Geräte gleichzeitig mit dem WAP verbunden werden sollen, kann ein Gerät für unter 50 Euro ausreichen.

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