Hohe Gasabrechnungen, unnötiger Energieverbrauch und eine vermeidbare Belastung der Umwelt sind oft die Folge ineffizienter Heizgewohnheiten. Die Lösung für dieses Problem liegt in der Installation eines smarten Heizkörperthermostats oder Heizungsreglers. Zwar bieten auch elektronische oder programmierbare Heizungsthermostate grundlegende Funktionen (Zeitpläne), doch die volle Kontrolle aus der Ferne fehlt. Smarte Geräte schließen diese Lücke, indem sie die komfortable Steuerung über die Cloud ermöglichen. Das garantiert eine feingranulare und flexible Kontrolle des Energieverbrauchs, die eine maximale Kosteneinsparung ohne Komfortverlust gewährleistet.
TP-Link Heizungsthermostat: Das Kasa KE100 KIT
Das TP-Link Kasa Heizkörperthermostat KE100 KIT in Kombination mit dem Tapo T110 Smart Kontakt Sensor bietet eine nahtlose Lösung für effizientes Heizen und mehr Sicherheit.
Das Kit, bestehend aus Hub und Thermostat, ermöglicht eine präzise, zeitgesteuerte Temperaturregelung. Die Verbindung des Systems erfolgt über das 2,4 GHz-Netzwerk, wobei die Reaktionszeit der Thermostate bei nur 2 Sekunden liegt. Zusätzlich lässt sich eine Kindersicherung aktivieren. Die Installation ist sehr einfach, und die Steuerung des Systems funktioniert einwandfrei und zuverlässig auch aus der Ferne. Die Bedienung erfolgt über Amazon Alexa, Google Home/Assistant oder die Kasa App – deren Handhabung intuitiv und selbsterklärend ist und das Programmieren zum Kinderspiel macht. Die stabile Verbindung, die exakte Temperaturregelung sowie das insgesamt gute Preis-Leistungs-Verhältnis sind durchgängig belegt.
Durch die Erweiterung mit dem Tapo T110 Sensor wird die intelligente Heizsteuerung perfektioniert: Der Sensor erkennt sofort, wenn ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird, und die Heizung wird über den Hub automatisch heruntergeregelt. Gleichzeitig dient der Tapo T110 als Überwachungskomponente, die bei unerwartetem Öffnen von Fenstern sofort eine App-Benachrichtigung sendet. Zudem lässt sich das System flexibel mit dem KE110 Raumklimasensor erweitern, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit separat misst und diese Werte auf einem Bildschirm anzeigt, um eine hochpräzise Einzelraumregelung zu ermöglichen. Weitere kompatible Erweiterungsprodukte gibt es im Kasa-Shop von TP-Link.
Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II: Mit LED-Ring
Das Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II ist ein intelligentes Thermostat mit App-Funktion, das dank Matter-Standard herstellerübergreifend mit Amazon Alexa, Apple HomeKit und Google Assistant kompatibel ist. Der Status wird über einen auffälligen Leuchtring mit mehrfarbigen LEDs angezeigt. Die Steuerung der Raumtemperatur erfolgt intuitiv per Drehen am Gerät oder präzise über die App (inklusive Timer zur minutengenauen Kalibrierung). Das Gerät misst 51 mm x 51 mm x 87 mm und benötigt zur Integration in das Bosch-System den Smart-Home-Controller. Im Lieferumfang sind zwei AA-Batterien sowie Adapter für die gängigen Ventile Danfoss RA und Danfoss RAVL enthalten.
Heizungsthermostat von tado: Basic Wi-Fi-Starterkit V3+
Das tado Basic Wi-Fi-Starterkit V3+ ist die ideale Lösung, um mehrere Räume in einem Schritt in ein smartes Heizsystem zu verwandeln und sofort Energie zu sparen. Käufer erhalten gleich drei intelligente Heizkörperthermostate sowie die zentrale Steuerung per App. Das System überzeugt durch eine nahtlose Integration und unterstützt die gängigen Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Google vollständig.
Es muss jedoch beachtet werden, dass die Basic-Variante spezifische Einschränkungen mit sich bringt: Der fortschrittliche Raumluft-Komfort-Skill (z. B. für die Pollenvorhersage) steht hier nicht zur Verfügung. Zudem ist der einstellbare Temperaturbereich stark begrenzt und liegt nur zwischen 19 °C und 25 °C. Für den sofortigen Start sind alle benötigten Komponenten enthalten, darunter die Internet Bridge, sechs AA-Batterien, ein USB-Kabel, Poweradapter, ein Adaptersatz und selbstverständlich die Thermostate.
AVM Fritz Dect 302: Thermostat mit Boost-Funktion
Auch das deutsche Unternehmen AVM ist auf dem Markt für intelligente Heizkörperregler unter anderem mit dem Fritz Dect 302 vertreten. Für eine etwa 50 Euro gibt es ein smartes Thermostat, das laut Herstellerangaben für alle gängigen Heizkörperventile und Fritzboxen mit Dect-Basis geeignet ist. Die Maße belaufen sich auf 9,3 cm x 5,1 cm x 5,1 cm (L x B x H).
Über die Fritzbox-Benutzeroberfläche wird der Fritz Dect 302 konfiguriert. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe des PCs beziehungsweise Notebooks sowie des Smartphones oder Tablets über die FRITZ!App Smart Home. Wichtig ist dabei, dass auf dem AVM-Router mindestens das Fritz OS in der Version 6.83 installiert sein muss. Ansonsten ist es nicht möglich, die smarten Heizkörperregler zu nutzen.
Im Lieferumfang sind neben dem Thermostat drei AA-Batterien enthalten. An Funktionen stehen unter anderem individuell programmierbare Heizprofile, eine Fenster-auf-Erkennung, eine Boost-Funktion für schnelles Aufheizen sowie eine Frostschutz-Funktion zur Verfügung. Das Gerät verfügt zudem über ein E-Paper-Display und einen aktuellen Chip, der für einen schnellen Verbindungsaufbau und bessere Energieeffizienz sorgt.
Homematic IP: Funk-System für smarte Einzelraumregelung
Etwas günstiger als alle bisher genannten Produkte ist das Homematic IP Smart-Home-Heizkörperthermostat. Aktuell ist das intelligente Thermostat für unter 60 Euro erhältlich. Für den Betrieb ist jedoch die Anbindung an einen Homematic IP Access Point erforderlich. Die Zentrale CCU2 wird nicht unterstützt. Die Steuerung erfolgt über die Homematic IP Smartphone-App oder per Alexa sowie Google Assistant. Das Set, bestehend aus einem Access Point sowie vier Thermostaten und zwei Tür-Fensterkontakten, liegt bei einer UVP von knapp 390 Euro.
Der Hersteller spricht durch die automatische Temperaturabsenkung beim Lüften und bedarfsgerechtes Heizen über Energieeinsparungen von bis zu 30 %. Bis zu drei einstellbare Heizprofile sind möglich. Die Temperatur kann zeitgesteuert auf Raumebene reguliert werden. Dabei können bis zu sechs Heizphasen pro Tag mit individuell einstellbarer Temperatur programmiert werden. Die Maße belaufen sich auf 7,1 cm x 9,7 cm x 5,8 cm (L x B x H).
Heizkörperthermostat von Ketotek: Mit Zigbee-Standard
Das smarte Heizkörperthermostat von Ketotek nutzt den energieeffizienten Zigbee-Standard und ist damit ideal für den Einsatz mit einem Tuya Zigbee-Gateway und Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant. Die Temperatur kann direkt am Thermostat (Maße: 5,7 cm x 5,7 cm x 10 cm) oder komfortabel über die App gesteuert werden. Das Gerät bietet wichtige Funktionen wie die Fenster-Offen-Erkennung, Kindersicherung und einen Urlaubsmodus.
Zusätzlich bietet Ketotek ein smartes Thermostat für die Fußbodenheizung an. Dieses ist in verschiedenen Varianten verfügbar (Elektrisch, Wasser sowie Wasser und Boiler) und unterstützt eine Steuerung über WLAN. Die Installation erfordert eine Unterputzmontage und ist somit aufwendiger. Das Fußbodenheizungsthermostat überzeugt mit Funktionen wie einer Kindersicherung, Frostschutz und programmierbaren Zeitplänen.
Heizungsregler ohne extra Gateway: SALCAR TRV801W
Das SALCAR TRV801W bietet eine Steuerung der Raumtemperatur über 2,4 GHz WIFI ohne zusätzliches Gateway. Laut Hersteller sorgt ein intelligenter Heizplan für eine Reduzierung der eigenen Energiekosten um bis zu 30%. Außerdem ist eine Fenstererkennungsfunktion mit an Board.
Die Stromversorgung erfolgt über drei im Lieferumfang enthaltene 1,5 V Alkaline AA-Batterien. Funktionen wie Frostschutz, Anti-Verkalkung und Kindersicherung sind ebenfalls mit von der Partie. Die Steuerung erfolgt über die Tuya Smart Life-App. Eine Sprachsteuerung mit Amazon Alexa oder Google Assistant steht ebenfalls zur Verfügung.
Mitgelieferte Adapter und eine einfache Installation ermöglichen eine Anpassung an verschiedene Heizkörpertypen. Die Anti-Kalk-Funktion soll zu einer längeren Lebensdauer des Thermostats beitragen.
Eurotronic 700083 Comet Plus: Steuerung am Gerät
Das Eurotronic 700083 Comet Plus ist ein elektronisches Heizkörperthermostat, das mit einem Preis von unter 20 Euro zu den günstigsten seiner Art zählt.
Da es nicht smart ist, erfolgt die Steuerung direkt am Gerät über Tasten und ein kleines Display, über das der Nutzer die Temperatur jederzeit manuell anpassen kann. Für die Programmierung komplexer Zeitpläne kann das Thermostat alternativ an einen PC angeschlossen werden.
Das Gerät bietet umfangreiche integrierte Funktionen wie die Fenster-Offen-Erkennung, einen Urlaubsmodus sowie einen Frost- und Kalkschutz. Eine Besonderheit ist die automatische Sommer- und Winterzeitumstellung. Im Lieferumfang des Geräts (Maße: 7 cm x 6 cm x 9 cm) sind die benötigten zwei AA-Batterien enthalten.
Weitere Produkte rund ums smarte Heizen
Neben den bereits erwähnten intelligenten Heizungsthermostaten finden sich im Handel noch diverse weitere Produkte, die sich kombinieren lassen. Dazu zählt unter anderem das Homematic IP Smart Home Wandthermostat mit Luftfeuchtigkeitssensor. Besagtes Thermostat misst Soll- und Ist-Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit. Zudem ist ein zeitgesteuertes Regulieren der Raumtemperatur möglich.
Aufgrund der Funkkommunikation kann das Messgerät frei im Raum platziert werden. Für die Stromversorgung sind zwei AAA-Batterien verantwortlich. Die Abmessungen betragen bei einem Gewicht von 100 g 8,6 cm x 8,6 cm x 2,5 cm. Das Homematic IP Smart Home Wandthermostat ist derzeit für unter 50 Euro im Handel erhältlich.
Tado führt ebenfalls einen Funk-Temperatursensor im Portfolio. Mit diesem lassen sich mehrere smarte Heizkörper-Thermostate im selben Raum steuern. In der App können intelligente Zeitpläne erstellt werden. Außerdem ist es möglich vorzugeben, in welchem Raum wann geheizt werden soll. Auch der Tado-Sensor kann an einem beliebigen Ort aufgestellt werden. Dabei gilt zu beachten, dass der smarte Temperaturfühler seinen Dienst nur in Verbindung mit dem separat erhältlichen Tado Starterkit (V2, V3, V3+) ordnungsgemäß erfüllt.
Mit dem AVM FRITZ!DECT 440 erhalten alle Käufer einen portablen und konfigurierbaren Taster für die Smart-Home-Bedienung. In Kombination mit einer FRITZ!Box mit DECT-Basis können so nicht nur die smarten Lampen oder Steckdosen kontrolliert werden, sondern auch Einstellungen an den FRITZ!-Heizkörperreglern vorgenommen werden. Bis zu zwölf Geräte oder Gerätegruppen können so gesteuert werden. Eine separate Stromversorgung ist für die Installation nicht notwendig.
Häufige Fragen zu Heizkörperthermostaten
Auch bei intelligenten Thermostaten gelten die gleichen Empfehlungen, die wir bereits im Artikel Philips Hue vs. Nanoleaf genannt haben. Insbesondere regelmäßige Updates der Firmware sollten keinesfalls vernachlässigt werden. Zudem ist es sinnvoll, allen smarten Geräten im Haus ein eigenes, separates VLAN- beziehungsweise WLAN-Netz zur Verfügung zu stellen und sie so von allen anderen Devices zu trennen.
Im Idealfall wird den smarten Produkten der Zugang zum Internet gänzlich verwehrt. Allerdings stehen dann je nach Anbieter diverse Funktionen nicht zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Zugänglichkeit der Updates beeinträchtigt, da für diese nun manuell Internetzugriff eingerichtet werden muss. In der Praxis ist das meistens mühsam.
Ein smartes Produkt, das 100 % sicher ist, gibt es nicht und wird es auch nie geben. Nutzer, die auf namhafte Hersteller setzen und regelmäßig Updates installieren, haben grundsätzlich wenig zu befürchten. Wer zusätzlich die betroffenen Geräte vom restlichen Netzwerk isoliert, ist gut aufgestellt.
Dies hängt natürlich stark vom Hersteller beziehungsweise Produkt ab. Wie unsere vorgestellten Produkte zeigen, unterstützt ein Großteil der Hersteller eine Sprachsteuerung über einen smarten Assistenten. Hierfür werden jedoch weitere Geräte benötigt. Eine direkte Kommunikation erfolgt nicht. Essentiell bei der Verbindung mit Assistenten ist aber immer die Verbindung mit demselben Netzwerk, welches in diesem Fall auch Internetzugang haben muss.
Pauschal lässt sich dies leider nicht beantworten. Ein wichtiger Faktor sind natürlich die Anschaffungskosten. Diese müssen sich zunächst amortisieren. Erst dann kann von einer wirklichen Ersparnis die Rede sein.
Auch wenn manch ein Hersteller mit rund 30 % weniger Kosten wirbt, bedeutet dies nicht, dass für jeden Nutzer solch eine pauschale Reduzierung bei den Heizkosten möglich ist. Hier spielen zusätzlich die eigenen Gegebenheiten und Heizgewohnheiten eine wichtige Rolle.
Wer sich unsicher ist, sollte zunächst mit einem Heizkörperthermostat beginnen und gegebenenfalls das Smart Home weiter ausbauen. Nur so lassen sich verbindliche Werte ermitteln und das mögliche Potenzial der Einsparungen beurteilen. Generell gilt natürlich, umso mehr geheizt wird, umso mehr kann auch anteilig gespart werden.
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