Jeder künftige E-Scooter-Fahrer sieht sich zunächst mit derselben Herausforderung konfrontiert: Welches Modell soll es sein? Was Beschleunigung, Reichweite, Fahrkomfort und Sicherheitsfeatures angeht, gibt es teils erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Scooter-Modellen. Dabei ist der Roller mit der besten Beschleunigung oder der größten Reichweite nicht für jeden die beste Wahl. Zwar hängt die Entscheidung auch vom Einsatzzweck ab, der beste Allrounder für den durchschnittlichen Nutzer ist aber ganz klar der Egret X+.
Wir haben 5 E-Scooter mit Straßenzulassung aus unterschiedlichen Preisklassen getestet. Ob für Vielfahrer, für den Einsatz im Gelände oder die Nutzung auf Pendelstrecken – hier dürfte für jeden Zweck ein passendes Modell dabei sein. Bevor wir zum Vergleichstest kommen, wollen wir uns jedoch kurz ansehen, auf welche Eigenschaften es beim E-Scooter-Kauf ankommt.
E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen – Was gibt es zu beachten?
Nahezu jeder straßenzugelassene Elektro-Scooter erreicht die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde – die Frage ist nur, wie lange braucht der Roller dafür? Das hängt in erster Linie von der Motorleistung ab. Einstiegsmodelle werden oft mit 250 bis 300 Watt angetrieben, während Premium-Scooter nicht selten 500 Watt leisten. Wie sich im Test gezeigt hat, sind diese Leistungsunterschiede deutlich spürbar.
Neben der Dauerleistung gilt es auch auf die Spitzenleistung zu achten, die kurzfristig unter besonderer Belastung abgerufen werden kann – etwa beim Erklimmen von Steigungen oder starkem Gegenwind. Einige Modelle erreichen hier mehr als 1.000 Watt. Welche Rolle die Beschleunigung spielt, hängt vom Einsatzzweck ab. Bei ständigen Start-Stopp-Manövern im Stadtverkehr ist es sehr von Vorteil, wenn der Scooter schnell wieder in Fahrt kommt. Wer ohnehin überwiegend auf Landstraßen oder anderen Strecken fährt, auf denen man selten anhalten muss, braucht keinen gesteigerten Wert auf die Beschleunigung zu legen.
Ein weiterer entscheidender Aspekt, der sich anhand der technischen Daten erahnen lässt, ist die Reichweite. Diese ergibt sich aus der Wattleistung des Motors und der in Wattstunden angegebenen Kapazität des Akkus. Hier gibt es sehr große Unterschiede. Modelle wie der Egret X+ speichern bis zu 672 Wattstunden und kommen damit bis zu 60 Kilometer weit. Einstiegsmodelle wie der Xiaomi 4 Lite können oft nur einen Bruchteil dieser Strommenge speichern. Das macht sich dann entsprechend bei der Reichweite bemerkbar, die hier oft nur maximal 20 Kilometer beträgt. Auch hier entscheidet wieder der Einsatzzweck. Wer seinen E-Scooter als primäres Beförderungsmittel nutzen möchte, achtet auf eine möglichst hohe Reichweite. Wenn nur kurze Strecken überbrückt werden sollen, bieten sich weniger ausdauernde Modelle an, die häufig nicht nur kostengünstiger, sondern auch leichter zu transportieren sind.
Das Fahrgefühl eines E-Scooters wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Bereifung, das Fahrwerk und die allgemeine Konstruktion. Modelle mit großen Luftreifen und Federung bieten eine angenehmere Fahrt, insbesondere auf unebenen Wegen oder Kopfsteinpflaster. Harte Vollgummireifen hingegen sind zwar wartungsarm, geben aber Erschütterungen direkt an den Fahrer weiter. Auch das Gewicht des Scooters spielt eine Rolle: Leichte Modelle sind wendiger, können aber bei höheren Geschwindigkeiten etwas nervös wirken, während schwerere Varianten stabiler auf der Straße liegen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Trittbretts – vor allem die Breite ist entscheidend. Erfahrungsgemäß beeinflusst es den Fahrkomfort positiv, wenn die Trittfläche so breit ist, dass Fahrer mit beiden Füßen parallel anstatt hintereinander versetzt stehen können. Letztlich bestimmt die Kombination all dieser Faktoren, ob sich ein E-Scooter ruhig und komfortabel oder eher sportlich und agil fährt. Ohne Probefahrt lässt sich das Fahrgefühl zwar nur schwer einschätzen, in unseren Testberichten haben wir jedoch beschrieben, was uns auf den Probefahrten mit den verschiedenen Modellen aufgefallen ist.
Bremsen: Die wohl wichtigste Rolle für die Sicherheit im Straßenverkehr spielen die Bremsen. Scheibenbremsen bieten die beste Bremskraft – auch bei Nässe. Trommelbremsen sind zwar wartungsarm, jedoch weniger reaktionsschnell. Elektronische Rekuperationsbremsen unterstützen das Abbremsen und speisen dabei Energie zurück in den Akku, sollten aber nicht die einzige Bremsmöglichkeit sein. Viele Hersteller setzen auf eine Kombination aus mechanischen und elektronischen Bremsen, um die beste Mischung aus Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.
E-ABS: Falls der Elektro-Scooter mit einer elektronischen Bremse ausgestattet ist, ist es von Vorteil, wenn auch E-ABS mit an Bord ist. Das ist ein elektronisches Antiblockiersystem, das dafür sorgt, dass die Räder auch bei plötzlichen Bremsmanövern nicht blockieren. Das reduziert die Rutschgefahr und kann somit maßgeblich zur Sicherheit beitragen.
Beleuchtung und Reflektoren: Ein leistungsstarkes Frontlicht mit mindestens 2 bis 5 Watt sorgt dafür, dass Hindernisse rechtzeitig erkannt werden. Rücklichter mit Bremsfunktion erhöhen die Sichtbarkeit für nachfolgende Verkehrsteilnehmer, während seitliche Reflektoren dafür sorgen, dass der Scooter aus verschiedenen Blickwinkeln besser wahrgenommen wird.
Blinker: Wer schon mal versucht hat, seinen E-Scooter einhändig zu lenken, der weiß, dass das eine ziemlich wackelige Angelegenheit sein kann. Richtungswechsel im Stadtverkehr lassen sich mit Blinkern deutlich sicherer anzeigen als mit Handzeichen. Integrierte Blinkanlagen sind allerdings ein Feature, das überwiegend Modellen aus den oberen Preisregionen vorbehalten ist.
Diebstahlschutz: Primär geht es natürlich immer um die Sicherheit des Fahrers. Doch auch der E-Scooter selbst sollte möglichst gut abzusichern sein. Elektronische Wegfahrsperren verhindern das unbefugte Einschalten des Scooters und können oft per App aktiviert oder deaktiviert werden. Integrierte GPS-Tracker helfen Besitzern dabei, ihren Scooter im Verlustfall schnell wiederzufinden. Modelle wie der Egret X+ erlauben das Anschließen per Rahmenschloss, was im Vergleich zu einem klassischen Fahrradschloss deutlich mehr Sicherheit bietet.
E-Scooter kommen häufig auf Pendelstrecken zum Einsatz. Wer mit dem Zug zur Arbeit fährt, kann die letzten Meter zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz optimal mit einem E-Roller überbrücken. In diesem Fall kommt es oft weniger auf Beschleunigung und Reichweite als auf die Transportfähigkeit an. Leichte E-Scooter wiegen nur um die 15 Kilogramm und sind dadurch angenehm zu tragen. Größere und leistungsstärkere Modelle mit stärkerem Akku und breitem Trittbrett können hingegen schnell mehr als 20 Kilogramm oder mehr auf die Waage bringen, was den Transport maßgeblich erschwert. Auch die Maße spielen eine Rolle. Modelle wie der Segway ZT3 Pro D sind so sperrig, dass sie sich kaum durch enge Zugflure transportieren oder im Kofferraum eines Kleinwagens verstauen lassen.
Testsieger: Egret X+ – optimal für Vielfahrer
Wer anstelle von Auto oder Fahrrad künftig auf einen E-Scooter als primäres Fortbewegungsmittel setzen möchte, ist bei dem Egret X+ genau an der richtigen Adresse. Der E-Roller macht sowohl im Straßenverkehr als auch im Gelände eine gute Figur, beschleunigt flott, bietet eine ordentliche Reichweite und eine umfassende Ausstattung. Nur im Hinblick auf die Transportfähigkeit müssen Nutzer kleinere Abstriche machen.
Schon der Blick auf die technischen Daten macht bei Egrets Top-Modell einiges her. Der Scooter wird von einem 500-Watt-Motor angetrieben und schafft es in Spitzenlastsituationen auf bis zu 900 Watt. Die gesetzliche Obergrenze von 22 Kilometern pro Stunde schöpft der X+ aus, wobei drei Modi zur Verfügung stehen: Ein sparsamer Eco-Modus, ein Standard-Modus und ein Sport-Modus. Einen Fußgängermodus bringt der Scooter allerdings nicht mit. Der verbaute Akku hat eine Kapazität von 672 Wattstunden, was dem Elektroroller eine stattliche Reichweite von bis zu 60 Kilometern verleiht. Wer auch mal im Sport-Modus fahren oder den einen oder anderen Hügel überwinden möchte, sollte jedoch eher von 30 bis 40 Kilometern ausgehen. Zum Aufladen sind etwa 5 Stunden einzuplanen, was in Anbetracht der hohen Akkukapazität erfreulich schnell ist.
Die Verarbeitungsqualität des X+ ist einwandfrei, was Verbraucher angesichts des Preises aber auch erwarten dürfen. Die gesamte Konstruktion wirkt sehr robust und die Lackierung macht einen tadellosen Eindruck. Die Tragfähigkeit gibt Egret mit stattlichen 120 Kilogramm an. Positiv aufgefallen ist auch die gummierte Trittfläche, die jede Menge Grip bietet. Praktisch im Hinblick auf den Diebstahlschutz: Der X+ ist am Übergang zwischen Trittbrett und Lenker mit einer Schlossöse versehen. Mit einem separat erhältlichen Rahmenschloss von Egret lässt sich der Scooter effektiv absichern – so dass Langfinger ihn selbst durch eine Demontage nicht entwenden können. Auch der Wasserschutz fällt gut aus. Der Scooter entspricht der Schutzklasse IPX5. Der Akku ist sogar nach IPX7 geschützt. Ein plötzlicher Regenschauer macht dem X+ damit nichts aus. Ein dedizierter Staubschutz besteht allerdings nicht.
Auf der ersten Testfahrt E-Scooter von Egret hat sich zuerst bemerkbar gemacht, dass hier alles etwas breiter ist als bei einem normalen City-Scooter. Die Rede ist hier vor allem von Trittfläche und Lenker. Dank des breiten Trittbretts kann man bequem mit beiden Füßen parallel auf dem Egret-Scooter stehen. Der breite Lenker vermittelt während der Fahrt ein Gefühl von Sicherheit. Eine höhenverstellbare Lenkstange hat der Scooter allerdings nicht. Mit einer Lenkerhöhe von 118 Zentimetern könnte er für Fahrer über 1,90 etwas unterdimensioniert sein. Ein kleines Manko: Im Vergleich zu kompakten City-Flitzern wie dem Acer AES023 ist der X+ nicht ganz so wendig.



Mit vielen Sicherheitsfeatures
Mit seinem 500-Watt-Motor bietet der X+ ordentlich Bumms. Wir kamen stets schnell vom Fleck und konnten auch Anstiege problemlos bewältigen. Die großen 12,5-Zoll-Luftreifen haben ein starkes Profil, wodurch auch kurze Ausflüge über Feldwege oder Schotterpisten kein Problem für den Egret-E-Scooter sind. Wer regelmäßig offroad unterwegs ist, könnte bei dem X+ allerdings eine Federung vermissen.
Auch in puncto Sicherheit steht der Egret X+ gut da – wenn auch nicht ganz optimal. Ausgestattet mit großen 160-Millimeter-Scheibenbremsen am Vorder- und Hinterrad bietet der Roller eine sehr effektive Bremswirkung. Eine elektronische Bremse ist allerdings nicht an Bord. Das heißt, der X+ kann weder rekuperieren, noch bietet er E-ABS. Bei plötzlichen Bremsmanövern können die Räder dadurch schneller blockieren. Für die Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen ein heller Frontscheinwerfer und ein Rücklicht, das auch als Bremslicht fungiert. Blinker sind ebenfalls vorhanden – allerdings nur am Lenker. Um auf sich aufmerksam zu machen, steht Nutzern eine elektronische Hupe anstelle einer mechanischen Klingel zur Verfügung.
Zum Ablesen von Fahrgeschwindigkeit und Akkustand hat der X+ ein großes, gut ablesbares Display. Zusätzlich lassen sich alle Funktionen – wie die Einstellung von Licht, Fahrmodi und Blinkern – auch über die Egret-App erreichen. Praktisch ist das vor allem dann, wenn das Smartphone per Handyhalterung am Scooter befestigt wird. Zwecks Diebstahlschutz bringt der X+ auch eine elektronische Wegfahrsperre mit, die sich per PIN-Code deaktivieren lässt. GPS-Tracking ist bei dem Premium-Modell allerdings nicht mit an Bord.
Die größte Einschränkung sehen wir in der Transportfähigkeit. Wenn der neue E-Roller regelmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert oder im Kofferraum mitgenommen werden soll, ist der X+ nicht die beste Wahl. Der Scooter bringt 21 Kilogramm auf die Waage. Zusammengeklappt betragen die Maße 59 x 67 x 128 Zentimeter – nicht gerade kompakt. Wer Abstriche in puncto Beschleunigung und Fahrstabilität machen kann, findet mit Modellen wie dem Acer AES023 oder dem Xiaomi 4 Lite deutlich transportablere E-Scooter. Ganz ungeeignet für den Transport ist der X+ aber trotzdem nicht. Mit Modellen wie dem ZT3 Pro von Segway gibt es immerhin deutlich schwerere E-Scooter.
Offroad E-Scooter mit Straßenzulassung: Segway ZT3 Pro D
Auf der Suche nach einem Offroad-tauglichen E-Scooter kommt man kaum an dem Modell ZT3 Pro D von Segway vorbei, das im Januar 2025 auf den Markt gekommen ist. Verbraucher bekommen hier einen qualitativ hochwertigen, leistungsstarken und gut ausgestatteten E-Scooter mit Straßenzulassung. Der Preis des Segway-Modells war zur Markteinführung für viele eine Überraschung, denn der E-Roller kostet weniger als 1.000 Euro und lässt sich damit noch ins mittlere Preissegment einordnen.
Was das Design angeht, weiß der Segway-Scooter zu gefallen – zumindest denjenigen, die einen an Enduro-Bikes angelehnten Style mögen. Wir waren von dem rot-schwarzen Design mit dem markanten X an der Vorderseite jedenfalls positiv angetan. Beleuchtet ist das X bei der Version mit deutscher Straßenzulassung allerdings nicht. Dieser optische Hingucker ist der europäischen Version des ZT3 Pro vorbehalten. In puncto Verarbeitungsqualität fanden wir den Segway-Scooter sehr überzeugend. Dank Wasserschutz nach IPX5 hält der ZT3 Pro D auch einem kurzen Regenguss stand. Die maximale Belastbarkeit liegt bei ordentlichen 120 Kilogramm.
Schaut man auf die technischen Daten, wird sofort deutlich, dass der Segway-Scooter dem Offroad-Einsatz gewachsen ist. Die Dauerleistung beschränkt sich zwar auf 500 Watt, was im Preissegment des ZT3 Pro ein gängiger Wert ist, unter Last kann der Motor jedoch bis zu 1.600 Watt abrufen. Die Akkukapazität von 597 Wattstunden liegt in einem gehobenen Bereich. Laut Hersteller soll der Scooter damit bis zu 70 Kilometer weit kommen. Realistisch erscheint uns das jedoch nur bei dauerhafter Fahrt im Eco-Modus. Die Ladezeit des Akkus liegt bei ungefähr 5 Stunden. Berücksichtigt man die hohe Reichweite, ist das sehr schnell.
Einen Pluspunkt findet man bei dem Segway-Scooter mit Blick auf die verfügbaren Modi. Während selbst Premium-Modelle wie der Egret X+ oft nur drei Fahreinstellungen bieten, kommt der ZT3 Pro D mit vier Modi daher. Neben einem Eco-, einem Standard- und einem Sport-Modus gibt es auch einen Fußgängermodus, in dem der Scooter maximal 4 Kilometer pro Stunde fährt. So kann man entspannt neben einem Fußgänger herfahren oder den Scooter ohne Kraftaufwand schieben. Insbesondere Letzteres ist aufgrund der Größe und des Gewichts des Rollers sehr von Vorteil.



Mit Offroad-Reifen und Vollfederung
Erste Ernüchterung kam auf, als wir uns mit dem ZT3 Pro auf die Probefahrt begeben wollten. Der Akku war vollgeladen, die Reifen aufgepumpt – der Scooter aber trotzdem nicht fahrbereit. Dafür fehlte nämlich noch die Registrierung über die Smartphone-App, die hier bedauerlicherweise obligatorisch ist. Außerdem erreicht der Segway-Scooter im Werkszustand nicht die gesetzliche Maximalgeschwindigkeit von 22 Kilometern pro Stunde. Dafür muss der Fahrzeugstandort in den Ländereinstellungen der App auf Deutschland gewechselt werden.
Der Segway ZT3 Pro D ist vollgefedert und hat eine Bodenfreiheit von 152 Millimetern. Hinzu kommen dicke, stark profilierte 11-Zoll-Offroad-Reifen, womit der Scooter im Gelände sehr gut zurechtkommen dürfte – und das tat er auch. Ob holprige Feldwege oder morastige Waldstraßen: Abseits der asphaltierten Straßen fühlt sich der E-Scooter von Segway am wohlsten – ein echter Offroader eben. Auch in der Stadt fühlt man sich auf dem ZT3 Pro D nicht fehl Platz. Wer überwiegend im urbanen Bereich unterwegs ist, greift aber doch eher noch zu einem kompakteren Modell mit kleinerem Wendekreis.
Beschreiben lässt sich das Fahrgefühl auf dem ZT3 Pro D am besten mit „komfortabel“. Durch die beidseitige Federung fuhren wir mit dem Scooter auch über Kopfsteinpflaster, ohne vollkommen durchgeschüttelt zu werden. Auch das Erklimmen von Bordsteinen oder Überfahren von Gullideckeln ist mit dem vollgefederten Gelände-Scooter wesentlich angenehmer. Wenngleich der Offroader in Sachen Beschleunigung nicht ganz mit dem Egret X+ mithalten kann, kommt er zügig vom Fleck und meistert auch Steigungen von bis zu 25 Prozent problemlos. Nichtsdestotrotz fühlten sich die Fahrten auf dem ZT3 Pro D im Vergleich zum Egret X+ etwas behäbiger an.
Zum Ablesen der Fahrgeschwindigkeit und der verbleibenden Reichweite bringt der Segway-Scooter ein großes 3-Zoll-Display mit, das im Test stets gut abzulesen war. Auch die App konnte überzeugen. Diese zeigt nicht nur Echtzeitdaten an, sondern ermöglicht auch das Ein- und Ausschalten eines Traktionskontrollsystems (TCS), was die Sicherheit auf rutschigem Untergrund erhöht. Außerdem können Nutzer ihren E-Scooter im Verlustfall per Apple Find My orten.
Mit Maßen von 128 x 67 x 118 Zentimetern ist der ZT3 Pro D ein Schlachtschiff unter den Elektrorollern und auch für große Fahrer geeignet. Beim regelmäßigen Transport durch schmale Zugflure oder Treppenhäuser werden Nutzer mit dem Offroad-Scooter aber nur wenig Spaß haben. Der Roller hat zwar einen gut funktionierenden Klappmechanismus, misst geklappt aber immer noch 59 Zentimeter in der Höhe. Mit einem Gewicht von knapp 30 Kilogramm gehört der ZT3 Pro D zu den schwersten Scootern auf dem Markt.
Preis-Leistungs-Sieger: Acer AES023
Auf der Suche nach einem kompakten Stadtflitzer ist der Acer AES023 eine interessante Wahl. Für einen E-Scooter aus der unteren Preisklasse beschleunigt er erstaunlich gut. Was Reichweite und Ausstattung angeht, müssen Nutzer hier zwar einige Abstriche machen, zahlen im Vergleich zu Premium-Modellen wie dem Egret X+ aber nur einen Bruchteil des Preises.
Wie mit Blick auf das Preisschild zu erwarten war, steht der Acer-Scooter in Sachen Verarbeitungsqualität nicht so gut da wie der Egret X+ oder der Segway ZT3 Pro D. Ein wesentlicher Qualitätsunterschied zeigt sich an den Rädern. Der AES023 hat keine Luftreifen, sondern Räder aus Vollgummi. Das hat auch Auswirkungen auf das Fahrgefühl, worauf wir später noch näher eingehen. Auch der verarbeitete Kunststoff am Trittbrett und am Lenker wirkt nicht so hochwertig. Die Rahmenkonstruktion aus Aluminium erschien jedoch robust und zeigte eine saubere Lackierung. Trotz kompaktem Design bietet der AES023 eine ordentliche Belastbarkeit von 120 Kilogramm. Auch der Wasserschutz fällt gut aus. Der E-Roller ist nach IPX5 geschützt, so dass Nutzer sich nicht um einen plötzlichen Regenschauer zu sorgen brauchen.
Was die Leistung angeht, ist der Acer-Scooter im Mittelfeld angesiedelt. Der Motor treibt das Hinterrad mit bis zu 350 Watt an. Mit Blick auf die verfügbaren Fahrmodi steht der AES023 im Vergleich zu den meisten anderen Modellen etwas besser da. Er hat vier Modi, wobei die Höchstgeschwindigkeiten jeweils 6, 12 und 20 Kilometer pro Stunde betragen. Im vierten Modus ruft der Scooter sein maximales Drehmoment ab – beschleunigt also am schnellsten, verbraucht aber auch am meisten Energie.
Eine Schwäche des Acer AES023 findet sich im Hinblick auf die Reichweite. Der fest verbaute Akku speichert gerade einmal 327 Wattstunden. Zum Vergleich: Die Akkukapazität des Egret X+ ist mehr als doppelt so hoch. Die Reichweite gibt Acer mit bis zu 25 Kilometern an. Erreichbar ist dieser Wert aber nur unter guten Bedingungen. Wie sich im Test gezeigt hat, kann der Akku im Sport-Modus schon nach 10 bis 15 Kilometern den Dienst versagen. Erfreulich ist jedoch, dass sich der Akku innerhalb von rund 3 Stunden komplett aufladen lässt.



Glänzt durch hohe Mobilität
Auf unserer Testfahrt konnte der Acer AES023 vor allem durch seine gute Beschleunigung punkten. Ganz so schnell wie der Egret X+ oder der Segway ZT3 Pro kommt der kleine City-Scooter nicht vom Fleck – aber doch schnell genug, um nach einer Rot-Phase an der Ampel mit Fahrradfahrern mithalten zu können. Das Fahrgefühl lässt – je nach Untergrund – etwas zu wünschen übrig. Auf ebenem Asphalt oder gut gepflegten Pflasterwegen bot der Scooter einen ordentlichen Fahrkomfort. Auf Kopfsteinpflaster oder unebenen Radwegen merkt man jedoch nahezu jede Bodenunebenheit – was aufgrund der vergleichsweise kleinen 8,5-Zoll-Vollgummireifen und mangels Federung jedoch wenig überraschend war.
Der E-Scooter von Acer ist vorne mit einer Scheibenbremse und hinten mit einer elektronischen Bremse mit E-ABS ausgestattet. Am Lenker ist nur ein einzelner Bremshebel verbaut, der die Bremskraft gleichmäßig auf beide Räder verteilt. Die Bremskraft ist nicht so hoch wie bei Modellen mit zwei Scheibenbremsen, erschien im Test aber ausreichend. Positiv aufgefallen ist die E-ABS-Funktion, die dafür sorgt, dass die Räder bei plötzlichen Bremsmanövern nicht blockieren. Ein Frontscheinwerfer und ein Rücklicht mit Bremslichtfunktion sorgen dafür, dass Fahrer im Dunkeln gut zu sehen sind. Was die Anzahl an Reflektoren angeht, ist das Design des Scooters allerdings irreführend. Was am Vorder- und Hinterrad nach Reflektorflächen aussieht, sind lediglich orangefarbene Akzente. Echte Reflektoren finden sich nur im vorderen Bereich der Trittfläche und sind vergleichsweise klein. Blinker hat der Acer AES023 nicht, was aber kaum als Nachteil zu werten ist. Immerhin zählen diese in der unteren Preisklasse nicht zur Standardausstattung.
Das Display des Acer AES023 ist zwar relativ klein, war im Test aber stets gut abzulesen. Angezeigt werden hier der ausgewählte Fahrmodus, die Fahrgeschwindigkeit und die Akkuladung. Eine App für erweiterte Fahreinstellungen bringt das Einstiegsmodell von Acer nicht mit. Für alle, die auf eine Smartphone-App nicht verzichten möchten, bietet Acer den E-Roller in der Series-5-Ausführung mit 500-Watt-Motor und App-Unterstützung an.
Wer seinen Elektro-Scooter oft in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen, im Kofferraum transportieren oder durch enge Treppenhäuser tragen muss, ist bei dem Acer AES023 genau an der richtigen Adresse. Mit 16 Kilogramm ist der Scooter ein echtes Leichtgewicht. Zusammengeklappt kommt er auf ein kompaktes Packmaß von 54 x 49 x 107 Zentimetern. Die Voraussetzungen für den Transport könnten damit kaum besser sein.
Mittelklasse-Scooter mit Blinkern und guter Leistung: Segway Ninebot F2 Pro
Integrierte Blinker am E-Scooter sind im Straßenverkehr ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil. Allerdings ist dieses Feature keine Voraussetzung für eine deutsche Straßenzulassung, weshalb es meist den Modellen aus den höheren Preisregionen vorbehalten ist. Auch gefederte Vorderräder sind im Bereich der unteren und mittleren Preisklasse eher selten anzutreffen. Der Segway Ninebot F2 Pro, der sich in den Preisbereich der unteren Mittelklasse einordnen lässt, bringt beides mit. Wie sich im Test gezeigt hat, funktioniert das hier allerdings nicht ganz ohne Einschränkungen.
Der F2 Pro bietet eine ordentliche Verarbeitungsqualität, wirkte allerdings etwas weniger robust als vergleichbare Modelle. Hier beziehen wir uns in erster Linie auf die leicht biegsame Lenkstange. Beim Erklimmen von Bordsteinen zieht man den Lenker für gewöhnlich leicht nach oben, um das Vorderrad sicher anzuheben. Das fühlte sich auf dem Segway-Scooter etwas unsicher an. Hierbei scheint es sich jedoch um eine konstruktionsbedingte Flexibilität zu handeln. Dauerhaft verbogen hat sich der Lenker im Rahmen unseres Tests nämlich nicht. Auch die vom Hersteller angegebene Belastbarkeit liegt mit 120 Kilogramm in einem ordentlichen Bereich. Ansonsten konnte der Elektro-Scooter von Segway im Hinblick auf die Verarbeitungsqualität überzeugen und bietet mit IPX5 auch einen guten Wasserschutz.
Im Hinblick auf die Leistung reiht sich der Segway Ninebot F2 Pro ins Mittelfeld der im Vergleichstest vorgestellten Elektro-Scooter ein. Der E-Roller hat einen 450-Watt-Heckantrieb und kommt in Spitzenlastsituationen auf bis zu 900 Watt. Ein Pluspunkt ist die Auswahl an Fahrmodi. Neben den standardmäßigen drei Einstellungsmöglichkeiten (Eco, Standard und Sport) bietet der E-Roller auch einen Fußgängermodus. Das ermöglicht das Fahren in Schrittgeschwindigkeit oder ein müheloses Schieben des Scooters.
Auch die Reichweite kann sich sehen lassen. Mit seinem 460-Wattstunden-Akku kommt der F2 Pro laut Segway auf eine Reichweite von bis zu 55 Kilometern, was im Eco-Modus durchaus realistisch erscheint. Die Ladezeit des Akkus liegt bei rund 5 Stunden. Wie beim Segway ZT3 Pro besteht leider auch beim F2 Pro eine Registrierungspflicht. Ohne Anmeldung in der App lässt sich der Scooter nicht entsperren und nutzen.



Guter Hybride zwischen Offroad und Asphalt
Das Fahrverhalten des F2 Pro ist überwiegend gut. Besonders positiv hervorzuheben ist die ordentliche Beschleunigung. Die Maximalgeschwindigkeit von 22 Kilometern pro Sekunde erreicht das Segway-Modell in wenigen Sekunden. Der Scooter rollt auf 10 Zoll großen Luftreifen und ist am Vorderrad mit einer Federung versehen. Die Pufferwirkung ist nicht so effektiv wie bei Segways Offroad-Modell – dem ebenfalls im Vergleichstest vorgestellten ZT3 Pro D – sorgte aber dennoch für ein deutliches Plus an Komfort. Auf gepflasterten Straßen wird man weniger durchgeschüttelt als beim günstigen Acer AES023, der auf Federung und Luftreifen verzichtet. Ebenfalls positiv aufgefallen ist im Test die Wendigkeit des Scooters.
Auch kurze Ausflüge ins Gelände sind mit dem Segway-Scooter drin. Auf nassem oder matschigem Untergrund ist aber Vorsicht geboten. Die Reifen haben nämlich kein sonderlich starkes Profil – hier besteht Rutschgefahr. Die gefühlte Sicherheit ist aufgrund des bereits erwähnten, leicht biegsamen Lenkers etwas eingeschränkt. Die angenehme Breite des Lenkers gleicht das aber zumindest teilweise wieder aus. Überzeugen konnte der F2 Pro im Hinblick auf die Bremsleistung. Der Scooter ist vorne mit einer Scheibenbremse und hinten mit einer elektrischen Bremse versehen, wobei beide Bremsen über nur einen Bremshebel gesteuert werden. Im Test kam der Roller damit schnell zum Stillstand – dank E-ABS ohne Blockieren der Räder.
Mit Blinkeranlage und Rekuperationssystem
Ein wesentlicher Vorteil des Segway F2 Pro im Vergleich zu anderen Vertretern seiner Preisklasse ist die integrierte Blinkanlage. Die Umsetzung hat sich allerdings als nicht ganz optimal erwiesen. Die Blinker werden über einen Doppelschalter an der linken Seite des Lenkers bedient – und der hat im Test nicht immer zuverlässig funktioniert. Teilweise kam es sogar vor, dass der Doppelschalter links betätigt und der rechte Blinker aktiviert wurde. Hier kommt es auf eine präzise und bewusste Bedienung an. Andernfalls werden die Blinker eher zu einem zusätzlichen Risiko als dass sie die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern.
Auch die weitere Ausstattung des F2 Pro macht einen guten Eindruck. Der Scooter hat einen hellen Frontscheinwerfer und ein Rücklicht, das gleichzeitig als Bremslicht fungiert. Ebenfalls praktisch: Der E-Roller bringt sowohl eine mechanische Klingel als auch eine elektronische Hupe mit. Das Display ist allerdings vergleichsweise klein und neigt unter Sonneneinstrahlung zum Spiegeln. Angezeigt werden hier nur die Fahrgeschwindigkeit, die Akkuladung und der aktivierte Modus. Zum Einsehen der zurückgelegten Distanz sind Nutzer auf die Segway-Ninebot-App angewiesen. Diese ermöglicht praktischerweise auch das Anpassen des Rekuperationsgrads sowie das Ein- und Ausschalten einer elektronischen Wegfahrsperre.
Die Voraussetzungen für den Transport sind bei dem Segway F2 Pro gut. Der E-Roller wiegt 18,5 Kilogramm und lässt sich auf ein Packmaß von 115 x 57 x 52 Zentimetern zusammenklappen. Damit lässt er sich problemlos durch enge Treppenhäuser befördern und im Kofferraum der meisten Autos verstauen. Wenn die Transportfähigkeit im Vordergrund steht, wie es bei Pendlern häufig der Fall ist, bietet sich eventuell der kleinere und leichtere Acer AES023 an.
Mittelklasse-Scooter mit vielen Sicherheits-Features: Xiaomi 4 Lite
Das Modell 4 Lite von Xiaomi ist alles andere als ein Beschleunigungsmonster. Im Gegenteil: Der Elektro-Scooter fährt sich eher behäbig. Wer keinen Wert auf maximale Beschleunigung legt, sondern nach einem E-Roller sucht, der gut ausgestattet und leicht zu transportieren ist, könnte sich trotzdem für den 4 Lite interessieren.
Bei der ersten Begutachtung hat der Xiaomi 4 Lite einen ordentlichen Eindruck gemacht. Der Roller hat eine robuste Rahmenkonstruktion und eine saubere Lackierung. Natürlich: Er wirkt nicht so robust und hochwertig wie die Oberklasse-Modelle von Egret oder Segway. Offensichtliche Mängel waren hier aber trotzdem nicht festzustellen. Die maximal empfohlene Zuladung fällt mit 100 Kilogramm allerdings recht niedrig aus. Die meisten anderen E-Scooter mit Straßenzulassung sind auf wenigstens 120 Kilogramm ausgelegt, was durchaus erstrebenswert ist, da neben dem Gewicht des Fahrers auch mögliches Gepäck einkalkuliert werden sollte.
Auch der Schutz vor Feuchtigkeit fällt nicht ganz optimal aus. Der Scooter ist nach IP54 zertifiziert, womit er zwar einen effektiven Schutz vor Staub bietet, was bei vielen anderen Modellen nicht der Fall ist, aber nur gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt ist. IPX5-zertifizierte Modelle sind gegen Strahlwasser geschützt und damit bei Regen sicherer. Bei starkem Regen sollten Nutzer daher entweder eine Fahrtpause einlegen oder den Roller zumindest nicht über längere Zeit starker Nässe aussetzen, da eindringende Feuchtigkeit die Elektronik beschädigen könnte.
Technisch gut aber unspektakulär
Aus technischer Sicht beschränkt sich Xiaomi bei dem 4 Lite auf das Wesentliche. Der Scooter wird von einem 300-Watt-Heckmotor angetrieben, der unter Last eine kurzfristige Maximalleistung von 600 Watt abrufen kann. Nutzer wählen hier aus den üblichen drei Fahrmodi: Eco, Normal und Sport. Besonders ausbaufähig ist die Akkukapazität. Diese beläuft sich hier auf gerade einmal 187 Wattstunden, was nicht einmal einem Drittel der Kapazität des Egret X+ entspricht. In Anbetracht der geringen Motorleistung ist die vom Hersteller angegebene Reichweite von 20 Kilometern in der Praxis aber trotzdem zu erreichen. Im Sport-Modus sollten Nutzer jedoch eher von 10 bis 15 Kilometern ausgehen. Zum Aufladen sind aber trotzdem rund 5 Stunden einzuplanen – schade.
Im Praxistest zeigte der 4 Lite weniger Licht als Schatten. Positiv: Der Scooter fährt auf Luftreifen, wodurch auch Fahrten über gepflasterte Straßen nicht unangenehm waren. Mit 8,5 Zoll sind die Räder allerdings vergleichsweise klein. Bei Fahrten über Kopfsteinpflaster oder beim Erklimmen von Bordsteinen macht sich die fehlende Federung allerdings bemerkbar. Von Fahrten über matschige Feldwege raten wir ab. Aufgrund des schwachen Reifenprofils bietet der Xiaomi-Scooter nicht sonderlich viel Grip.



Die größte Schwäche sehen wir in der geringen Motorleistung. Es dauert eine ganze Weile, bis der E-Roller seine Maximalgeschwindigkeit erreicht – und die liegt bedauerlicherweise nur bei 20 Kilometern pro Stunden, womit die gesetzliche Obergrenze nicht ganz ausgeschöpft wird. Im normalen Stadtverkehr dürfte das noch zu verkraften sein. Wer auf seinen üblichen Strecken regelmäßig größere Anstiege überwinden muss, greift jedoch besser zu einem leistungsstärkeren Modell. Steigungen von mehr als 15 Prozent kann der 4 Lite ohne Geschwindigkeitsverlust nicht erklimmen.
Das Plus an Sicherheit durch duales Bremsen
Seine Stärken spielt der 4 Lite in puncto Verkehrssicherheit aus. Zu erwähnen ist hier zunächst das zuverlässige Bremssystem, das sich aus einer vorderen Elektrobremse und einer hinteren Trommelbremse zusammensetzt. Es handelt sich um ein duales System, das über nur einen Hebel bedient wird, der die Bremskraft gleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterrad aufteilt. Damit lässt sich der Xiaomi-Scooter effektiv zum Stillstand bringen. Die elektronische Bremse verfügt über E-ABS, was für zusätzliche Sicherheit sorgt. Außerdem kann der E-Roller damit rekuperieren – also während des Bremsvorgangs etwas Energie zurückgewinnen.
Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass der 4 Lite mit einer Blinkanlage daherkommt – ein Vorteil, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Die Bedienung erfolgt über zwei separate Tasten links am Lenker, was sich im Test als wesentlich zuverlässiger erwiesen hat als die Doppeltaste des Segway Ninebot F2 Pro. Ein heller Frontscheinwerfer und ein Rücklicht mit Bremslichtfunktion sind ebenfalls an Bord. Was der 4 Lite nicht hat, ist eine elektronische Hupe. Stattdessen verbaut Xiaomi werksseitig jedoch eine mechanische Klingel.
Das Display des 4 Lite ist zwar nicht sonderlich groß, war im Test aber stets gut abzulesen – auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Auf seinem Bildschirm zeigt der Scooter die Fahrgeschwindigkeit, den gegenwärtig ausgewählten Modus und die Akkuladung an. Für erweiterte Einstellungen steht die Mi Home App zur Verfügung. Diese zeigt nicht nur Echtzeitdaten an, sondern erlaubt auch die Anpassung des Rekuperationsgrads und das Aktivieren einer elektronischen Wegfahrsperre.
Neben seinen praktischen Sicherheitsfeatures überzeugt der Xiaomi 4 Lite auch durch seine gute Transportfähigkeit. Mit 15,9 Kilogramm ist er sogar geringfügig leichter als der Acer AES023. Zusammengeklappt betragen die Maße lediglich 110 x 44 x 55 Zentimetern, womit der E-Scooter leicht zu transportieren ist. Eine Einschränkung gibt es aber: Die Transportverriegelung, die den Lenker am Schutzblech des Hinterrads befestigt, hat im Test nicht immer zuverlässig gehalten.
Fazit: 5 E-Scooter mit Straßenzulassung im Test
Nachdem wir fünf verschiedene E-Scooter unter die Lupe genommen haben, können wir ein eindeutiges Resümee ziehen: Wer in Sachen Beschleunigung, Reichweite und Ausstattung keine Abstriche machen möchte, muss entsprechend tief in die Tasche greifen. Der Egret X+ ist ein absolutes Premium-Modell und unser eindeutiger Testsieger. Der Scooter ist flott, ausdauernd und sehr gut ausgestattet. Wer seinen E-Scooter als primäres Fortbewegungsmittel nutzt, kommt hier voll auf seine Kosten. Für jene, die nur gelegentlich auf den Elektroroller steigen, könnte der X+ allerdings zu teuer sein. Auch für Nutzer, die ihren Scooter oft im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren müssen, ist das mittelgroße Modell von Egret nicht die beste Wahl.
Wenn der Spaß im Vordergrund steht oder regelmäßig unbefestigte Straßen befahren werden müssen, bietet sich ein Scooter wie der Segway ZT3 Pro D – ein vollgefederter und dick bereifter Offroad-Scooter. Neben den höheren Kosten liegt der Nachteil hier vor allem in der stark eingeschränkten Transportfähigkeit. Wie es am Beispiel des Acer AES023 deutlich wird, muss ein guter E-Scooter mit Straßenzulassung nicht immer über 500 Euro kosten. Das Einstiegsmodell von Acer bietet eine ordentliche Beschleunigung, eine gute Ausstattung sowie ein kompaktes, leichtes Design. Nur im Hinblick auf die Reichweite müssen Verbraucher Abstriche machen. Der Segway Ninebot F2 Pro und der Xiaomi 4 Lite schlagen in eine ähnliche Kerbe, sind jedoch jeweils mit Einschränkungen verbunden.
FAQ zum Thema E-Scooter mit Straßenzulassung
Die einzige personenbezogene Grundvoraussetzung für das Führen eines Elektro-Scooters in Deutschland ist ein Mindestalter von 14 Jahren. Ein Führerschein ist nicht erforderlich. Auch das Tragen eines Helms wird vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, ist aber dennoch dringend zu empfehlen.
Damit ein E-Scooter in Deutschland eine Straßenzulassung erhält, muss er bestimmte technische Anforderungen erfüllen, die in der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) festgelegt sind. Zunächst darf die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 20 Kilometer pro Stunde betragen. Zudem muss der E-Scooter eine Betriebserlaubnis (ABE) des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) aufweisen. Modelle ohne diese Genehmigung dürfen nur auf Privatgelände genutzt werden.
Ein zugelassener E-Scooter muss außerdem mit einer fest verbauten Beleuchtung ausgestattet sein. Dazu gehören ein weißes Frontlicht, ein rotes Rücklicht sowie gelbe Reflektoren an den Seiten. Zusätzlich sind eine Klingel oder Hupe sowie zwei Bremsen vorgeschrieben.
E-Scooter dürfen nur auf Radwegen, Radfahrstreifen oder Fahrradstraßen fahren. Falls kein Radweg vorhanden ist, darf auf der Straße gefahren werden. Das Fahren auf Gehwegen ist grundsätzlich nicht gestattet.
Versicherungen für E-Scooter sind wesentlich günstiger als für Autos. Meistens kommt man mit niedrigen bis mittleren zweistelligen Beträgen pro Jahr aus. Wie hoch die Kosten genau sind, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist zunächst der Versicherungstyp: Eine reine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die der Fahrer Dritten zufügt. Damit wären dann auch Diebstahl oder Vandalismus abgedeckt, was jedoch mit höheren Kosten einhergeht.
Auch das Alter des Versicherungsnehmers spielt eine Rolle: Jüngere Fahrer zahlen oft mehr. Zudem beeinflusst die Versicherungsdauer den Preis – eine Jahrespolice ist meist günstiger als eine kurzfristige Versicherung. Weiterhin gibt es natürlich auch Unterschiede in der Preisgestaltung der Anbieter. Immerhin bietet jede Versicherung eigene Tarife und Leistungen an.
Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem.de eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.