Wer intensiv am Smartphone spielt, braucht mehr als nur starke Hardware. Genau hier setzen Hersteller der sogenannten Gaming-Smartphones an, die mit hohen Bildraten, präziser Steuerung, effektiver Kühlung und durchdachten Zusatzfunktionen werben. Während Standard-Smartphones meist auf Kamera, Design oder Kompaktheit ausgerichtet sind, liegt bei Gaming-Modellen der Fokus klar auf Performance und Ausdauer. Mehr dazu in der nachfolgenden Kaufberatung.
Asus ROG Phone 9 Pro: High-End-Gaming ohne Kompromisse



Quelle: Michelle Cordes
Design, Verarbeitung & Haptik
Das Asus ROG Phone 9 Pro folgt einem klaren Hardwarekonzept mit Fokus auf maximale Gaming-Performance. Das nahezu unveränderte Design zum Vorgängermodell überzeugt weiterhin mit einer modernen und hochwertigen Optik. Vorder- und Rückseite bestehen aus Gorilla Glass Victus 2, der Rahmen aus mattem Aluminium. Dank IP68-Zertifizierung ist das Gehäuse zudem gegen Staub und Wasser geschützt. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei Gaming-Smartphones, die zur Kühlung oft auf offene Lüfter setzen und dadurch auf umfassenden Schutz verzichten müssen. Mit Abmessungen von 163,8 x 77 x 8,9 Millimeter und einem Gewicht von 227 Gramm gehört das ROG Phone 9 Pro zwar zu den schwereren Kandidaten, doch für ein Gaming-Smartphone mit Glasgehäuse, großem Akku und kleinem LED-Display auf der Rückseite ist das nachvollziehbar.
Dank der abgerundeten Gehäuseform und einer gelungenen Gewichtsverteilung liegt es dennoch angenehm in der Hand. Das matte Finish schützt gut vor unansehnlichen Fingerabdrücken und sorgt gleichzeitig für eine griffige Oberfläche. Das Highlight ist das LED-Display auf der Rückseite, bestehend aus 648 Mini-LEDs. Auf der einen Seite gibt es praktische Informationen wie den Akkustand wieder, auf der anderen Seite kann man damit sogar kleine Retro-Minispiele wie Snake zocken. Eine charmante Spielerei, die ich so noch bei keinem anderen Gaming-Smartphone gesehen habe.

Quelle: Michelle Cordes
Displayqualität
Das 6,78 Zoll große AMOLED-Display des ROG Phone 9 Pro liefert dank FHD+-Auflösung eine scharfe Darstellung mit satten Farben und hoher Kontrasttiefe. Im Alltag regelt das LTPO-Panel die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hertz. Das spart Energie bei statischen Anzeigen und sorgt für flüssige Darstellungen bei Bewegung. Wer möchte, kann die Bildrate auch manuell auf bis zu 165 Hertz fixieren. Für besonders anspruchsvolle Spiele lässt sich über das Gaming-Tool Game Genie sogar ein Modus mit bis zu 185 Hertz aktivieren. Das sorgt bei kompatiblen Titeln für noch flüssigere Animationen und verbessert bei kompetitiven Titeln mit schnellen Bildwechseln die Reaktionsgenauigkeit und Spielkontrolle.
Hinzu kommt, dass das Display mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 2.500 Nits jederzeit für eine gute Ablesbarkeit sorgt. Selbst bei direktem Sonnenlicht bleibt alles klar erkennbar. Auch Farbton, Lesemodi und Flackerschutz kann man flexibel in den Einstellungen konfigurieren. Damit lässt sich das Display gezielt an unterschiedliche Nutzungsszenarien anpassen – beispielsweise, um beim Lieblingsstreamer zuzusehen oder Guides zu aktuellen Spielen durchzulesen.

Quelle: Michelle Cordes
Kamera & Fotoqualität
Auch wenn das ROG Phone 9 Pro in erster Linie für Gaming konzipiert ist, zeigt es bei seiner Kameraausstattung durchaus Ambitionen. Das Triple-Set-up mit 50-Megapixel-Hauptsensor, 13-Megapixel-Ultraweitwinkel und 32-Megapixel-Teleobjektiv liefert in vielen Situationen gute Ergebnisse. Der Sony Lytia 700 in der Hauptkamera überzeugt bei Tageslicht mit kräftigen Farben, guter Schärfe und einer Bildstabilisierung, die selbst schnelle Bewegungen souverän abfängt. Die Ultraweitwinkelkamera fällt im Vergleich leicht ab, bleibt aber im zentralen Bildbereich detailreich und weitgehend verzerrungsfrei. Das Teleobjektiv bietet bis zu 3-fach optischen Zoom, der bis etwa 10-fach digital noch brauchbare Resultate liefert. Alles darüber hinaus beeinträchtigt die Bildqualität spürbar.
Porträts gelingen meist zuverlässig, auch wenn der Bokeh-Effekt manchmal etwas zu stark ausgeprägt ist. Im Dunkeln punktet vor allem die Hauptkamera: Die Belichtung bleibt natürlich und das Bildrauschen moderat. Details sind auch weiterhin gut erkennbar. Frontseitig kommt ein 32-Megapixel-Sensor mit großem Blickwinkel zum Einsatz. Selfies sehen gut aus, auch wenn Videoaufnahmen mit der Frontkamera nur in Full-HD möglich sind. Wer gerne selbst Hand anlegt, kann sich im Porträtmodus mit variabler Blende inklusive Filtern, HDR und allerlei Einstellmöglichkeiten austoben.
Leistung & Betriebssystem
Im ROG Phone 9 Pro steckt mit dem Snapdragon 8 Elite ein echter Leistungsträger. Mit bis zu 4,32 Gigahertz sorgt er dafür, dass auch das letzte Frame sitzt. Unterstützt von der Adreno 830 GPU, liefert das Smartphone auch bei Titeln wie Genshin Impact oder Honkai: Star Rail konstante Frameraten auf höchster Detailstufe. Auch im Alltag macht sich die Leistung bemerkbar: Apps öffnen sofort, Multitasking läuft flüssig und der UFS-4.0-Speicher sorgt für blitzschnelle Ladezeiten. Die Software basiert auf Android 15 und wird durch das Gamer-Hub Armoury Crate ergänzt, das individuelle Performance-Profile, Temperaturkontrollen und Spieloptimierungen bündelt.
Ein klarer Wermutstropfen ist in diesem Zusammenhang die Updatepolitik: Asus verspricht lediglich zwei große Android-Updates. Fünf Jahre Sicherheitsupdates sind aber dennoch drin. In Benchmarks kratzt das Gaming-Smartphone von Asus an der 3-Millionen-Marke in Antutu. Ein Wert, den selbst viele aktuelle Flagship-Phones nicht erreichen. Zum Vergleich: High-End-Smartphones, zu denen auch das iPhone 16 Plus oder das Samsung Galaxy S25 zählen, liegen bei rund 1,5 bis 2,2 Millionen Punkten. Damit überzeugt es auch im Dauerstress mit hoher Stabilität. Dank des mitgelieferten Aeroactive Coolers, der direkt in der Pro-Edition enthalten ist, hält sich die Leistung auch über längere Zeit stabil.
Der Aeroactive Cooler X Pro sorgt für eine aktive Kühlung und ergänzt das ROG Phone 9 Pro um zwei zusätzliche Schultertasten sowie einen integrierten Subwoofer. Er besitzt zudem einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und eine synchronisierbare RGB-Beleuchtung für visuelle Akzente. Aber auch ohne angesteckten Lüfter überzeugt die Klangqualität des ROG Phone 9 Pro: Die Stereolautsprecher liefern einen klaren, kräftigen Sound. In Spielen, Videos und Musik sorgt das für ein immersives Hörerlebnis, das viele Konkurrenzmodelle alt aussehen lässt.
Akku & Ladegeschwindigkeit
Das ROG Phone 9 Pro setzt auf einen großen 5.800-mAh-Akku, der bei moderater Nutzung etwa zwei Tage durchhält. Bei intensiven Gaming-Sessions muss man spätestens am Abend nachladen. Gerade im X-Mode, der die volle Leistung des Gaming-Smartphones entfaltet, leert sich der Akku spürbar schneller. Das Aufladen geht dank 65-Watt-Netzteil zügig: Rund 50 Minuten reichen für eine volle Ladung aus – 50 Prozent sind bereits nach rund 17 Minuten erreicht. Kabelloses Laden mit 15 Watt ist ebenfalls möglich, dauert aber deutlich länger.
Im Alltag überzeugt das ROG Phone 9 Pro vor allem durch konstante Energieversorgung auch bei hoher Leistung. Wer „Call of Duty Mobile“ mit 120 FPS spielt, kann mit etwa zwei Prozent Akkuverbrauch pro zehn Minuten rechnen. Für ein Gaming-Smartphone mit High-End-Prozessor und großem 165-Hertz-Display ist das ein sehr effizienter Wert. Auch in anderen Nutzungsszenarien, etwa beim Streamen oder Browsen, zeigt sich der Akku ausdauernd. Im Stand-by bleibt der Akkuverbrauch ebenfalls erfreulich gering.
Preise und Speicherausführungen
Zum Testzeitpunkt liegt der Preis des Asus ROG Phone 9 Pro bei fast 1.150 Euro. Sehr erfreulich: Es gibt auch eine Konfiguration mit 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und 1 Terrabyte internem Speicher. Eine kleine Variante hätte es zusätzlich für noch mehr Nutzergruppen attraktiv gemacht: Ein Modell mit günstigerem Einstiegspreis gibt es somit nicht, hier bleibt Interessierten nur das Standard ROG Phone 9, welches allerdings auch Abstriche bei der Leistung und Kamera macht.
Nubia RedMagic 10 Pro: Preis-Leistungs-Sieger



Quelle: Michelle Cordes
Design, Verarbeitung & Haptik
Das RedMagic 10 Pro setzt auf eine futuristische Optik. Mit 229 Gramm und Maßen von 163,4 x 76,1 x 8,9 Millimetern bringt es zudem ordentlich Masse mit. Durch flache Kanten und leicht abgerundete Ecken liegt es aber dennoch angenehm in der Hand. Bei meinem Testgerät handelt es sich um die Farbausführung Moonlight. Das offene Design mit sichtbaren Schrauben und anmutendem Sneak Peek des Innenlebens geben ihm einen mechanischen Look. Das beleuchtete X und die RGB-Elemente unterstreichen dabei den Gaming-Charakter, ohne zu verspielt zu wirken. Die Kombination aus Metallrahmen und Glasrückseite sorgt zudem für ein hochwertiges Gefühl und einen robusten Eindruck. Allerdings bleiben auf dem glänzenden Glas gerne mal Fingerabdrücke zurück. Wer den Besitzer eines RedMagic 10 Pro klonen will, findet auf der Rückseite definitiv genügend DNA-Material.
Neben Moonlight gibt es noch weitere Farbvarianten, diese sind jedoch fest an eine Speicherausführung gebunden. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr Entscheidungsfreiheit gewünscht. Was besonders praktisch ist und im positiven Sinne so gut wie gar nicht auffällt, ist die Unter-Display-Kamera. Dadurch bleibt die Front frei von störenden Notches oder Punch Holes, die das Display normalerweise unterbrechen und den immersiven Bildeindruck beim Zocken oder Streaming beeinträchtigen würden. Gaming-Funktionen sind dafür klar sichtbar integriert: An der langen Kante befinden sich zwei kapazitive Schultertasten mit einer Touch-Abtastrate von 520 Hertz und ein seitlicher Spielmodus-Schalter, der den sogenannten Game Space aktiviert.
Lüftungsschlitze und RGB-Lüfter dürfen ebenfalls nicht fehlen – was direkt zum ersten großen Negativpunkt des RedMagic 10 Pro überleitet: Eine IP-Zertifizierung gibt es dadurch nämlich nicht. Das hat zur Folge, dass es offiziell keinen Schutz gegen Wasser und Staub bietet. Hier hat das ROG Phone 9 Pro mit IP68-Zertifizierung und dem portablen Lüfter die Nase vorn. Dafür kühlt der fest integrierte Lüfter im RedMagic 10 Pro effizienter, da er direkt mit dem Kühlsystem des Gehäuses verbunden ist. Das reduziert die Hitzeentwicklung spürbar und ermöglicht eine konstante Leistung, ohne dass zusätzliches Zubehör benötigt wird.

Quelle: Michelle Cordes
Displayqualität
Das 6,85 Zoll große AMOLED-Display des RedMagic 10 Pro besitzt eine Auflösung von 2.688 × 1.216 Pixeln und überzeugt mit einer gestochen scharfen Darstellung sowie intensiven Farben. Mit bis zu 144 Hertz Bildwiederholfrequenz und einer Touch-Abtastrate von 2.500 Hertz zählt es zu den reaktionsschnellsten Panels auf dem Markt. Das verschafft gerade in Shootern oder schnellen Action-Games einen Vorteil. Die maximale Helligkeit von 2.000 Nits liegt minimal unter dem Wert des ROG Phone 9 Pro von Asus, reicht aber allemal aus, um eine gute Lesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen zu gewährleisten.
Kamera & Fotoqualität
Gaming steht beim RedMagic 10 Pro definitiv an erster Stelle. Das spürt man auch bei der Ausstattung des Kamera-Set-ups. Zwei 50-Megapixel-Sensoren für Haupt- und Ultraweitwinkel, ein 2-Megapixel-Makrosensor und eine 16-Megapixel-Frontkamera lassen zunächst starke Kameraeigenschaften vermuten. In der Praxis bleibt die Leistung jedoch eher durchschnittlich. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Bilder mit kräftigen Farben und solider Schärfe. Wer genau hinsieht, erkennt aber schnell: Kontraste überfordert die Kamera, Details verschwimmen bei starker Vergrößerung und im Nachtmodus geht die Natürlichkeit schnell verloren. Videos in 4K wirken dank optischer Bildstabilisierung immerhin ruhig und scharf.
Die Ultraweitwinkelkamera kann die hohe Auflösung kaum ausspielen. Ränder verzerren, die Dynamik ist begrenzt. Zwar brauchbar, aber weit entfernt vom Niveau echter Kamera-Flagships. Ähnlich ernüchternd fällt die Makrokamera aus: selten scharf, oft überflüssig. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen sind ganz klar Einbußen in der Bildqualität erkennbar. Die Selfie-Kamera unter dem Display bleibt schwach – optisch wie auch qualitativ. Für gelegentliche Videochats reicht sie, für soziale Medien ist sie eher weniger geeignet. Lens Flares und Weichzeichnung trüben den Gesamteindruck. Für kreative Spielereien gibt es einige unterhaltsame Modi wie Klonen oder Sternenspuren. Hier werden auch die ersten Unstimmigkeiten in der Übersetzung deutlich.
Manche Begriffe wirken holprig, beispielsweise bei Menübezeichnungen oder Erklärtexten. Teils fehlen Erklärungen ganz oder erscheinen nur halb übersetzt, was den Einstieg in die Funktionen etwas erschwert. Dadurch wirkt das System auch abseits der Kamera insgesamt unausgereift.
Leistung & Betriebssystem
Das RedMagic 10 Pro gehört derzeit zu den leistungsstärksten Gaming-Smartphones auf dem Markt. Im Inneren arbeitet der neue Snapdragon 8 Elite mit bis zu 4,32 Gigahertz Taktfrequenz, ergänzt durch den RedCore-3-Chip für optimierte Grafik, Energieverwaltung und präzise Steuerung der Kühlung. Unterstützt wird die Performance durch schnellen LPDDR5X-RAM mit wahlweise 12, 16 oder sogar 24 Gigabyte sowie UFS-4.1-Speicher mit bis zu einem Terabyte. Im Alltag und unter Last sorgt die Kombination für blitzschnelle App-Starts, kurze Ladezeiten und reibungsloses Multitasking.
In Benchmarks wie Geekbench und Antutu reiht es sich unter den Top-Modellen ein, teils sogar vor teureren Konkurrenten wie dem ROG Phone 9 Pro. Die Leistung des RedMagic 10 Pro bleibt auch über lange Zeit stabil. Selbst im Dauerstresstest mit über 200 Benchmark-Durchläufen zeigte das RedMagic 10 Pro kaum Leistungsabfall. Hierzu trägt vorrangig das effektive ICE-X-Kühlsystems mit Flüssigmetallschicht und aktivem Lüfter bei. Im Gaming-Alltag laufen Titel wie Genshin Impact, Call of Duty Mobile oder Diablo Immortal selbst auf höchsten Einstellungen flüssig – oft bei stabilen 60 FPS. Ergänzt wird das Ganze durch den Game Space, der über einen Schiebeschalter erreichbar ist.
Dort lassen sich FPS-Limits, Touch-Reaktionszeiten und Zusatzfunktionen wie Crosshair, Makros oder der X-Gravity-Mode aktivieren. Er ermöglicht es, Maus, Tastatur oder Controller direkt mit dem Smartphone zu verbinden und ein nahezu konsolenähnliches Spielerlebnis zu imitieren. Wie beim ROG Phone 9 Pro gibt es auch beim RedMagic 10 Pro einen großen Kritikpunkt beim Softwaresupport: Nur ein Android-Upgrade und drei Jahre Sicherheitsupdates sind ziemlich enttäuschend.
Akku & Ladegeschwindigkeit
Mit 7.050 mAh bietet das RedMagic 10 Pro einen der größten Akkus überhaupt – größer ist derzeit nur der Akku des Honor Power mit 8.000 mAh. Selbst bei hoher Belastung durch dauerhaftes Gaming mit aktivem Lüfter, GPS und 144 Hertz bleibt das Gaming-Smartphone stundenlang einsatzbereit. Im Alltag sind bis zu zwei Tage Laufzeit problemlos möglich. Geladen wird mit bis zu 80 Watt, ein passendes Ladegerät liegt im Lieferumfang bei. Der komplette Ladevorgang dauert somit gerade einmal 35 Minuten. Mit kompatiblen Netzteilen ist sogar 100-Watt-Schnellladen möglich, was die Ladezeit nochmals reduziert. Währenddessen kühlt ein automatisch aktivierter Lüfter das System aktiv.
Über den sogenannten Bypass-Modus lässt sich der Akku beim Spielen umgehen. Der Strom wird direkt ins System geleitet, was Wärme reduziert und den Akku schont. Auch eine manuelle Ladegrenze kann beispielsweise auf 80 Prozent festgelegt werden, um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern. Kabelloses Laden oder Reverse-Charging fehlen allerdings komplett. Kein Beinbruch, aber in dieser Preisklasse für den ein oder anderen Nutzer ein spürbarer Komfortverlust.
Preise und Speicherausführungen
Das RedMagic 10 Pro erscheint in drei Speicherausführungen: 12 und 256 Gigabyte, 16 und 512 Gigabyte sowie 24 Gigabyte und einem Terabyte. Der Neupreis des Gaming-Smartphones liegt zum Zeitpunkt des Tests zwischen rund 650 und 1.000 Euro. Wer maximale Leistung mit viel Speicherplatz kombinieren möchte, muss dementsprechend tiefer in die Tasche greifen.
Poco F6 Pro: Günstiges Gaming-Smartphone



Quelle: Michelle Cordes
Design, Verarbeitung & Haptik
Mit seinem flachen Aluminiumrahmen und der hochwertigen Glasrückseite wirkt das Poco F6 Pro äußerst robust und edel zugleich. Die Verarbeitung ist erstklassig: geringe Spaltmaße, stabile Materialwahl und kaum Verwindungsspiel selbst bei stärkerem Druck. Auf eine IP-Zertifizierung hat Xiaomi allerdings verzichtet. Offiziell ist es somit weder gegen Staub noch gegen Wasser geschützt. Die Rückseite des weißen Testgeräts zeigt einen eleganten Marmoreffekt, der je nach Lichteinfall leicht schimmert. Das fällt optisch auf, wirkt aber keineswegs aufdringlich. Ein Vorteil der Struktur ist, dass zurückbleibende Fingerabdrücke kaum sichtbar sind. Lediglich die glänzende Fläche rund um die Linsen zeigt sich anfällig für Staub und Fingerabdrücke.
Die vier Kameraelemente selbst befinden sich innerhalb der Fläche im linken oberen Bereich. Sie ragen leicht heraus, sitzen aber so verteilt, dass das Smartphone nahezu flach auf dem Tisch liegt. Mit einem Gewicht von 209 Gramm und Abmessungen von 160,86 x 74,95 x 8,21 Millimetern liegt es spürbar in der Hand, wirkt dabei trotz oberseitigem Kameramodul aber weder kopflastig noch unhandlich. Die einhändige Bedienung ist mit kleinen Händen zwar kaum möglich, dafür gibt es dank der kantigen Form kaum Abrutschgefahr. Die seitlichen Tasten sind flach integriert und lassen sich angenehm drücken. Dank der mitgelieferten Schutzhülle liegt das Smartphone komplett flach auf, was das leicht herausstehende Kameramodul effektiv vor Kratzern bewahrt.
Displayqualität

Quelle: Michelle Cordes
Beim Display liefert das Poco F6 Pro eine Ausstattung, die sich auch im Gaming-Segment sehen lassen kann. Die WQHD+-Auflösung von 3.200 x 1.440 Pixeln sorgt dafür, dass Spielgrafiken gestochen scharf dargestellt werden. Von kleinen Interface-Elementen bis hin zu fein texturierten Umgebungen. Die 120 Hertz Bildwiederholrate sorgt dabei für flüssige Bewegungen, die vor allem in actionreichen Games wie Shootern zur Geltung kommt. Dazu gesellt sich die hohe Touch-Abtastrate von 2.160 Hertz, durch die Eingaben blitzschnell umgesetzt werden. Dadurch ist eine präzise Steuerung und schnelle Reaktionen möglich.
Mit einer gemessenen HDR-Spitzenhelligkeit von 4.000 Nits ist das Display auch bei starkem Umgebungslicht sehr gut ablesbar und übertrifft damit deutlich die Werte der teureren Konkurrenten. Zur Erinnerung: Das ROG Phone 9 Pro erreicht bis zu 2.500 Nits, das RedMagic 10 Pro liegt mit bis zu 2.000 Nits sogar noch darunter. Wer viel unterwegs spielt oder häufig im Freien zockt, profitiert beim Poco also nicht nur vom günstigeren Preis, sondern auch von der höchsten Maximalhelligkeit im Vergleich.
Auch Farben stellt das AMOLED-Panel kräftig und kontrastreich dar, was die Immersion zusätzlich in grafisch anspruchsvollen Titeln verstärkt. Einziges Manko ist der eher niedrige Kontrast bei statischen Testbildern. In der Praxis fällt das aber kaum ins Gewicht, da Spielewelten ohnehin dynamisch sind. Kurz gesagt: Für ein Smartphone dieser Preisklasse liefert das Poco F6 Pro ein Gaming-Display auf Oberklasseniveau.
Kamera & Fotoqualität
Für ein mittelpreisiges Smartphone liefert das Poco F6 Pro überraschend solide Foto- und Videoergebnisse. Die 50-Megapixel-Hauptkamera punktet bei Tageslicht mit hoher Detailtreue und kräftigen Farben. Die optische Bildstabilisierung sorgt selbst bei schnellen Bewegungen oder zitternden Händen für scharfe Aufnahmen. Der Nachtmodus funktioniert zuverlässig und sorgt für gut aufgehellte Bilder, ohne starkes Rauschen. Die Ultraweitwinkelkamera mit acht Megapixeln erweitert den Bildausschnitt sinnvoll, kommt aber bei Schärfe und Kontrast nicht an die Hauptkamera heran. Die Makrolinse ist zwar da, bietet aber keinen sonderlich großen Mehrwert.
Videos nimmt das Poco F6 Pro sogar in 8K auf. In der Praxis überzeugt aber vor allem der 4K-Modus mit 60 FPS durch stabile, detailreiche Clips. Die 16-Megapixel-Frontkamera sorgt auch bei schwächerem Licht für ordentliche Selfies. Im direkten Vergleich zum ROG Phone 9 Pro und REDMAGIC 10 Pro liegt das Poco F6 Pro in puncto Kameraausstattung vorn: Beide Modelle liefern zwar gute Bilder, setzen aber spürbar weniger Fokus auf Kamerafeatures. Wer also ein leistungsstarkes Smartphone zum Zocken sucht, das auch beim Fotografieren nicht enttäuscht, ist hier richtig.
Leistung & Betriebssystem
Im Inneren des Poco F6 Pro ist der Snapdragon 8 Gen 2 verbaut: ein Top-Prozessor, der zwar aus dem Vorjahr stammt, aber auch 2025 noch genug Power für Mobile Gaming mitbringt. Selbst grafisch fordernde Titel wie Genshin Impact, Call of Duty Mobile oder PUBG laufen wie beim ROG Phone 9 Pro und RedMagic 10 Pro in hohen Einstellungen flüssig. Von Rucklern oder Überhitzung keine Spur. Im Vergleich zum Snapdragon 8 Gen 3 der teureren Gaming-Smartphones zeigt sich in der Praxis kein großer Leistungsunterschied, sofern nicht gerade die höchsten Benchmarks im Vordergrund stehen. Das RedMagic 10 Pro bringt aber durch die aktivere Kühlung leicht bessere thermische Reserven mit.
Unterstützt wird der Chip von wahlweise 12 oder 16 Gigabyte LPDDR5X-RAM sowie schnellem UFS-4.0-Speicher, der Ladezeiten spürbar verkürzt und Multitasking geschmeidig hält. In Spielen sorgt das für kurze Wartezeiten und sofortige Reaktionen. Kleine Einschränkungen ergeben sich hingegen beim USB-C-Anschluss. Hier kommt noch der ältere USB-2.0-Standard zum Einsatz. Das macht sich beim kabelgebundenen Datentransfer in längeren Übertragungszeiten größerer Dateien bemerkbar. Als Betriebssystem kommt Xiaomis HyperOS zum Einsatz, das auf Android 14 basiert. Xiaomi verspricht immerhin drei Jahre Betriebssystemupdates und vier Jahre Sicherheitspatches – ein Vorteil gegenüber den Konkurrenten.
Das System läuft im Alltag butterweich, allerdings muss man sich auf Xiaomis typische Eigenheiten einstellen. Darunter fällt unter anderem der Akku-Manager, der gern mal rigoros eingreift und Apps schneller als erwünscht aus dem Speicher wirft. Gerade bei Musik- oder Messenger-Apps kann das nervig sein. Auch unnötige Bloatware-Apps sind bereits vorinstalliert, was wertvollen Speicherplatz kostet und die Nutzererfahrung stören kann.
Akku & Ladegeschwindigkeit
Egal ob zocken, streamen oder doomscrollen: Der 5.000-mAh-Akku des Poco F6 Pro hält locker einen Tag durch. Wer besonders viel unterwegs ist, kann durch Energiesparmaßnahmen wie reduzierte Auflösung oder geringere Bildwiederholrate noch ein paar Extrastunden herausholen. Zwar bietet das Poco F6 Pro weniger Akkukapazität als das ROG Phone 9 Pro und das RedMagic 10 Pro, das macht es durch die 120-Watt-Schnellladung aber schnell wett: Keine 30 Minuten und der Akku ist wieder voll aufgeladen. Auf kabelloses Laden muss man allerdings auch hier verzichten – das bleibt im Vergleich einzig und allein dem ROG Phone 9 Pro vorbehalten.
Preise und Speicherausführungen
Das Poco F6 Pro gibt es in drei Speichervarianten mit 12 und 256 Gigabyte, 12 und 512 Gigabyte sowie 16 Gigabyte und einem Terabyte. Je nach Ausführung bewegt sich der Preis zum aktuellen Zeitpunkt zwischen rund 350 und 500 Euro. Auch wenn es nicht explizit als Gaming-Smartphone vermarktet wird, bringt es eine Leistung mit, die an viele spezialisierte Modelle heranreicht. Weder die starke Hardware noch das hochauflösende Display lassen vermuten, dass es sich um ein vergleichsweise günstiges Modell handelt. Ein richtig guter Deal für alle, die sich Flagship-Hardware zum Preis eines Mittelklasse-Smartphones wünschen.
FAQ – häufig gestellte Fragen zum Thema Gaming-Smartphones
Ein Gaming-Smartphone unterscheidet sich vor allem durch seine auf Leistung und Spielerlebnis optimierte Ausstattung von normalen Smartphones. Dazu gehören ein besonders schneller Prozessor, viel Arbeitsspeicher, eine hohe Bildwiederholrate von meist 120 Hertz oder mehr, ein Display mit schneller Touch-Abtastrate und effiziente Kühlsysteme. Auch Features wie Schultertasten, LED-Elemente oder spezielle Gaming-Modi gehören oft zur Standardausstattung. Normale Smartphones setzen den Fokus stärker auf Kameraqualität oder ein möglichst schlankes Design. Viele Hersteller nehmen solche Abstriche gezielt in Kauf, um ein durchdachtes Smartphone zu entwickeln, das bezahlbar bleibt und dennoch alle wichtigen Features für ein rundum gelungenes Gaming-Erlebnis bietet.
Gaming-Smartphones unter 300 Euro sind im Grunde leistungsstarke Alltagsgeräte ohne klare Ausrichtung auf den Gaming-Bereich. Modelle wie das Samsung Galaxy A35 5G oder das Xiaomi Redmi Note 14 Pro bieten zwar eine solide Performance für Casual Games, stoßen bei grafikintensiven Titeln aber schnell an ihre Grenzen. Wichtige Features wie aktive Kühlsysteme, Schultertasten, hohe Touch-Abtastraten oder besonders starke Grafikprozessoren fehlen hier komplett.
Die Kühlung spielt bei Gaming-Smartphones eine zentrale Rolle. Wenn Prozessor und Grafikchip unter Volllast arbeiten, entsteht viel Wärme. Ohne effiziente Kühlung kann es zu sogenanntem Thermal Throttling kommen: Die Leistung wird automatisch gedrosselt, um Überhitzung zu vermeiden. Das führt zu Rucklern, längeren Ladezeiten und einer spürbar schlechteren Spielerfahrung. Hochwertige Gaming-Smartphones setzen deshalb auf spezielle Kühllösungen, darunter Dampfkammern, Graphit-Lagen oder sogar aktive Lüfter. Sie halten die Temperatur konstant niedrig und sorgen dafür, dass die Leistung auch über längere Zeit stabil bleibt.
Nicht zwingend – aber es macht einen klaren Unterschied. Ein Display mit 120 Hertz oder mehr sorgt im Vergleich zu den üblichen 60 Hertz für deutlich flüssigere Bewegungen. Das fällt vor allem bei schnellen Spielen wie Shootern, Rennspielen oder Action-Games auf, in denen jede Millisekunde zählt. Auch die Steuerung fühlt sich viel direkter an, Bildinhalte wirken schärfer in Bewegung und schnelle Kameraschwenks sind weniger ruckelig.
Allerdings unterstützt nicht jedes Spiel hohe Bildwiederholraten. In vielen Casual Games oder Strategiespielen merkt man den Unterschied kaum. Wer aber Wert auf ein möglichst flüssiges und responsives Spielerlebnis legt, wird eine Bildwiederholrate von 120 Hertz aufwärts schnell zu schätzen wissen.
In unserem Ratgeber der Asus-Smartphones gehen wir auf weitere ROG-Phones ein.
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