Die besten Gaming-Stühle im Vergleich

Betrachtet man Preis und Leistung, lassen sich Gaming-Stühle grob zwischen einfachen Bürostühlen und High-End-Chefsesseln einordnen. Hersteller setzen neben individuellen Designs häufig auf besondere Features wie spezielle Lordosenstützen, Beleuchtung oder individualisierbare Elemente, die vor allem bei Streamer/innen beliebt sind.

Seit die ersten Gaming-Stühle im Racing-Chair-Design vorgestellt wurden, haben in den letzten Jahren immer mehr Hersteller typischer Gaming-Hardware wie Razer, HP Omen und Corsair eigene Modelle im Angebot. Aber auch klassische Bürostuhl-Produzenten wie Interstuhl oder Unternehmen aus dem Bereich Motorsport wie Recaro bringen Stühle heraus, die sich an den Geschmäckern von Gamern orientieren oder den Spagat zwischen Homeoffice und Gaming vollführen wollen.

In diesem Ratgeber stellen wir einige der besten Gaming-Stühle mit speziellen Eigenschaften aus verschiedenen Preisklassen vor. Abschließend beantworten wir einige der häufigsten Fragen um das Thema Gaming-Stühle.

Preis-Leistungs-Empfehlung: Diablo X-Player 2.0 (ca. 270 Euro)

Der Diablo X-Player 2.0 ist ein hochwertig verarbeiteter Gaming-Stuhl mit den wichtigsten Funktionen und sprengt nicht die 300-Euro-Grenze. Als Lordosenstütze dient zwar lediglich ein Kissen, das ist in dieser Preisklasse allerdings üblich, genauso wie die nur einfache, aber immerhin leichtgängige Wippfunktion. Das Polster des Lordosenkissens ist gut gewählt, passt sich recht gut der Wirbelsäule an und wirkt aufgrund seiner Höhe nicht nur wie ein Keil, der in den Rücken drückt. Die Armstützen lassen sich in drei Dimensionen verstellen, also in der Höhe, der Tiefe und im horizontalen Winkel.

Der atmungsaktive Bezug ist sehr angenehm, was auch der Wabenstruktur geschuldet ist. Dadurch entsteht kein Wärmestau und selbst an wärmeren Tagen kommt man nicht so schnell ins Schwitzen wie auf Kunstlederbezügen. Die Vertiefungen sind jedoch etwas schwerer zu reinigen und auf Dauer können sich Hautschüppchen, Staub und Haare dort sammeln. Trotz des vergleichsweise günstigen Preises ist das Fußkreuz nicht aus Kunststoff sondern aus stabilem Metall gefertigt. Der X-Player 2.0 ist wie die meisten Diablo-Chairs in verschiedenen Farbkombinationen sowie in drei verschiedenen Größen verfügbar: Neben einer Normalgröße für Personen zwischen 150 und 180 Zentimeter gibt es eine XL-Variante bis 205 Zentimeter und eine Kindergröße bis 155 Zentimeter. Gegen Aufpreis kann das Nackenkissen mit einer Bestickung personalisiert werden.


1588 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • beste Körpergröße für den Stuhl: 150 cm - 180 cm
  • 3D Armlehnen
  • Aeroloft-System für freie Luftzirkulation

Großzügige Sitzfläche: Omen Citadel (289 Euro)

Die Sitzfläche des Omen Citadel bietet im Vergleich zu den meisten anderen Gaming-Stühlen viel Platz: Die Breite bemisst 53 Zentimeter, die Sitzlänge ist mit 58 Zentimetern überdurchschnittlich lang. Somit finden Menschen mit längeren Beinen hier gut Platz. Allerdings kann die maximale Belastung mit 136 Kilogramm mit der größeren Sitzfläche nicht ganz mithalten und bleibt im direkten Vergleich im Mittelfeld hängen. Dort befinden sich auch die ergonomischen Möglichkeiten des Gaming-Stuhls, denn sowohl Nacken- als auch Lordosenkissen wurden hauptsächlich auf Bequemlichkeit getrimmt. Immerhin lassen sich die Armlehnen in vier Dimensionen verstellen.

Der Omen Citadel ist weich gepolstert und erinnert beim Sitzgefühl fast schon an einen Sessel, unter anderem auch wegen der Kniewippfunktion, die wie ein Schaukelstuhl wirkt. Der Kunstlederbezug ist zwar gut zu reinigen, allerdings nicht luftdurchlässig. Das bedeutet, dass der Stuhl vor dem Hinsetzen zunächst besonders kalt ist, ehe er sich der Körpertemperatur angepasst hat. An besonders warmen Tagen heizt er schnell auf birgt eine hohe Schwitzgefahr. Wen das nicht stört, der findet im Omen Citadel einen äußerst bequemen Gaming-Sessel.

Besonders komfortabel: Razer Enki (384 Euro)

Nach dem Razer Iskur in seinen verschiedenen Ausführungen ist der Enki der neueste Gaming-Stuhl des bekannten Hardwareherstellers. Die Lordosenstütze ist, anders als beim Iskur, nun fest integriert und nicht verstellbar. Das lässt keine individuelle Anpassung mehr zu, dafür kann die Stütze aber auch nicht falsch eingestellt werden und ist für viele Menschen bis etwa 190 Zentimeter Körpergröße optimal platziert. Auch wenn der Enki über ein klassisches Racing-Design verfügt, sind die hervorstehenden Wangen auf dem Sitz und der Lehne eher dezent und engen kaum ein, so dass auch ein Schneidersitz noch möglich ist.

Das Highlight des Enki ist die bequeme Sitzfläche mit der angenehm geschwungenen Rückenlehne. Die Polsterung ist sehr gut gewählt und verteilt das Gewicht optimal. Zudem ist das Kopf- und Nackenkissen sehr angenehm. Die Kniewippmechanik erlaubt relativ freies Schwingen und ist deutlich besser als die einfache Wippfunktion der meisten Gaming-Stühle.


20 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Integrierter Lordosenbogen
  • Reaktive Sitzneigung
  • Gewichtsabhängige Neigung bis 152 Grad

Einstellbare Lendenwirbelstütze: Noblechairs Hero (460 Euro)

Schluss mit unbequemen Kissen und drückenden Stellen: Wer bei der Lordosenstütze am liebsten die volle Kontrolle hat, ist mit dem Noblechairs Hero gut beraten. Der Gaming-Stuhl mit Kniewippmechanik verfügt über eine frei justierbare Lendenwirbelstütze, die mithilfe eines seitlich an der Rückenlehne angebrachten Rads verstellt werden kann. Die Armlehnen können in vier Dimensionen verstellt werden und sind leicht mit Kunstleder gepolstert. Die hochwertige und robuste Verarbeitung wird durch das stabile Alu-Fußkreuz abgerundet.

Den Bezug gibt es in verschiedensten Ausführungen, egal ob perforiertes und luftdurchlässiges Kunstleder, atmungsaktives High-Tech-Kunstleder oder Textil. Sogar Echtleder ist möglich, wobei sich hier die Frage stellt, ob das bei einem möglichst robusten Gaming-Stuhl, der auch mal schmutzig werden kann, überhaupt von Vorteil ist. Wer möchte, bekommt den Stuhl auch in einem speziellen Spiel-Design. Zur Auswahl stehen unter anderem Fallout, Doom und Far Cry 6.


155 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • gepolsterte 4D-Armlehnen
  • 150 kg Belastbarkeit
  • Komfortabler Memory-Schaum in der Kopfstütze

Mit Synchronmechanik: Backforce One (500 Euro)

Für ein möglichst ergonomisches Sitzgefühl ist eine Synchronmechanik notwendig, bei der sich die Sitzfläche durch das Verstellen der Rückenlehne in einem bestimmten Verhältnis mitbewegt. Dadurch rutscht der Rücken nicht an der Lehne entlang, die Lordosenstütze bleibt an der korrekten Stelle und die Wirbelsäule wird entlastet. Bei den meisten Gaming-Stühlen wird auf diese Funktion zugunsten einer bequemen Wippfunktion verzichtet. Der Backforce One von Interstuhl mit Synchronmechanik bildet daher eine kleine Ausnahme.

Man merkt, dass man auf dem Stuhl eines Herstellers sitzt, der seit 1967 im Stuhl-Geschäft ist: Der Backforce One ist hochwertig verarbeitet und nichts klappert oder wackelt. Die Polsterung ist etwas härter, aber sorgt aufgrund ihrer Verarbeitung für eine optimale Gewichtsverteilung. Die Armstützen lassen sich nur in der Höhe verstellen, können allerdings auch komplett nach hinten weggeklappt werden, sollten sie gar nicht gebraucht werden. Als Zusatzfeatures gibt der Hersteller 10 Jahre Garantie auf den Stuhl, der mit Patches im Schulterbereich und einer kabellosen LED-Leuchte auf der Rückseite individualisiert werden kann. Die Plus-Version Backforce One verfügt über bessere 5D-Armstützen und eine verstellbare Lordosenstütze in der Lehne, ist aber auch deutlich teurer.


392 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • 10 Jahre Garantie & Made in Germany
  • Lordosenstütze integriert und besonders ergonomisch
  • Ideal für 151-192 cm und 45-130 kg Belastung

Angenehmer Schwingmodus: Recaro Exo FX (ca. 1000 Euro)

Der Auto-, Kinder- und Flugzeugsitzherstellers Recaro ist mit seinem ersten Gaming-Stuhl direkt im hochpreisigen Segment gestartet. Der Recaro Exo FX bietet trotz des einfachen Erscheinungsbildes einen hohen Sitzkomfort und die Polsterung ist für längeres Sitzen geeignet. Der feinmaschige Textilbezug beugt einem Hitzestau vor, so dass man im Sommer nicht schwitzt, an kalten Tagen ist der Bezug nicht unangenehm kühl. Eine nicht verstellbare Lordosenstütze ist fest integriert und befindet sich für die meisten Körper bis 200 Zentimeter Größe in einer angenehmen Position für ausreichend Unterstützung des Rückens.

Die Rückenlehne wird nicht wie sonst mithilfe eines Hebels und der körpereigenen Kraft verstellt, sondern wie bei einem Autositz über ein Rad an der Seite in die gewünschte Position gebracht. In der Preisklasse des Recaro Exo FX finden sich in der Regel hauptsächlich Synchronmechaniken, für Gamer sind Schwingfunktionen für ein entspanntes Zurücklehnen beim Zocken aber oft interessanter. Deshalb hat sich Recaro beim Exo FX für die bequeme statt die ergonomische Variante entschieden. Hier muss jeder selbst entscheiden, was für den eigenen Rücken das Beste ist. Ein wenig ausgeglichen wird der Ergonomie-Faktor wieder durch die 5D-Armlehnen, die sich in nahezu jede gewünschte Position bringen lassen, sehr leichtgängig sind, sich dadurch beim Abstützen aber auch schnell verstellen. Insgesamt ist der Recaro Exo FX ein edler Gaming-Sessel, der aber auch etwas teurer ist.

  • Mit stufenloser Einstellung über Handräder
  • Schalen Design aus dem Rennsport
  • TÜV Zertifiziert & Made in Germany
  • Poliertes Aluminium im Fußkreuz

Häufige Fragen zu Gaming-Stühlen

Wie teuer ist ein guter Gaming-Stuhl?

Gaming-Stühle gibt es bei einschlägigen Händlern oft schon ab 100 Euro oder knapp darunter. Hier muss man aber grundsätzlich starke Abzüge bei Material, Verarbeitung und Ausstattung machen. Oft gibt es schiefe Nähte, schlechte Polsterung, mittelmäßige Ergonomie, wackelige Teile und kurzlebige Bezüge zu bemängeln. Hier sind günstige aber solide Bürostühle ohne Gaming-Extras die bessere Wahl für den Schreibtisch. Empfehlenswerte Gaming-Stühle lassen sich in der Regel ab etwa 250 Euro finden. Dann sind oft schon Armlehnen verbaut, die sich nicht nur in der Höhe sondern in mindestens zwei oder mehr Richtungen verstellen lassen. Auch die Polsterung sorgt für eine bessere Gewichtsverteilung, so dass längeres Sitzen nicht zur Qual wird.

Ab 400 Euro werden meist hochwertige Bezüge verwendet, egal ob widerstandsfähige Textilmischungen oder atmungsaktive Kunstleder. Es sollte darauf geachtet werden, auf welche Zusatzfunktionen man selbst Wert legt: Soll der Gaming-Stuhl möglichst bequem sein oder über Ergonomiefunktionen wie verstellbare Lordosenstütze oder eine Synchronmechanik verfügen? Die persönlichen Präferenzen sind hier sehr wichtig, denn Kombinationen aus den besten Funktionen bekommt man erst in höheren Preisklassen ab rund 700 Euro oder mehr.

Was ist eine Lordosenstütze?

Eine Lordosenstütze hilft, den Körper in der aufrechten Sitzhaltung zu unterstützen und das Rückgrat zu entlasten. Das beugt einer Ermüdung und dem Zusammensacken des Körpers in eine ungesunde Haltung vor. Bei Gaming-Stühlen finden verschiedene Techniken als Lordosenstütze Anwendung. Günstigere Modelle verfügen größtenteils nur über ein Kissen. Je nach Qualität, Material und Positionierung kann das hilfreich sein, weil sich das Kissen in der Höhe verstellen lässt, oder stören, wenn das Kissen unförmig ist und drückt. 

Häufig besser sind in die Rückenlehne integrierte Lordosenstützen, die nicht falsch platziert werden können und die Körperhaltung etwas dezenter entlasten. Je nach Körperbau kann es jedoch passieren, dass die in der Lehne nachgeahmte Form der Wirbelsäule nicht passt. Für diesen Fall gibt es Stühle mit individuell einstellbaren Lordosenstützen. Hier sollte wiederum beachtet werden, dass von der sitzenden Person keine Fehleinstellung durchgeführt werden.

Was ist besser: Gaming-Stühle oder Büro-Stühle?

Das lässt sich nicht so leicht beantworten, da es auf das jeweilige Modell und den Einsatzzweck ankommt. Die meisten Schreibtisch- sowie Bürostühle sind oft auf das konzentrierte Arbeiten am Tisch ausgelegt und unterstützen daher eine aufrechte Position. Die kann je nach Videospiel-Genre auch für Gamer relevant sein, zum Beispiel bei Strategie- und Simulationsspielen. Wer sich am PC aber auch gerne mal mit dem Gamepad zurücklehnt, auf dem Stuhl wippt und bequemer sitzen möchte, vielleicht sogar im Schneidersitz, wird hierfür bei Bürostühlen nur eine beschränkte Auswahl finden.

Gaming-Stühle stechen zudem durch außergewöhnliche Form- und Farbakzente aus der Masse hervor. Das verleiht nicht nur dem Gaming-Bereich in der Wohnung ein individuelles Flair, sondern ist auch auch bei Streamer/innen sehr beliebt. Andererseits gehen verschiedene Hersteller auch einen dezenteren Weg, was die Optik angeht, um die Vorzüge von Gaming-Stühlen mit dem klassischen Bürostuhl-Design zu vereinen. Letzten Endes kommt es ganz auf den persönlichen Geschmack, die eigenen Ansprüche sowie die finanziellen Möglichkeiten an.

Um nicht nur bequem, sondern auch mit besten Blickwinkeln zu gamen, eignen sich besonders Curved-Monitore. Diese beleuchten wir in unserem zugehörigen Vergleich. Die passende Gaming-Maus findet man ebenfalls im Ratgeber.