Mini-PCs sind beliebt, wenn Platz knapp ist oder ein mobiler Arbeitsplatz gebraucht wird. Der Khadas Mind 2s geht noch einen Schritt weiter: Das System besteht aus einem extrem kompakten Rechner, der sich je nach Bedarf modular erweitern lässt. Wer mehr Anschlüsse braucht, steckt das Mind Dock an. Für mehr Rechenleistung gibt es die separate eGPU-Einheit Mind Graphics mit einer RTX 4060 Ti. Die Erweiterungen haften magnetisch und lassen sich im laufenden Betrieb wechseln.
Dieses modulare Konzept erinnert an Baukastensysteme und richtet sich an Menschen, die unterwegs nicht auf Leistung verzichten wollen. Der Khadas Mind 2s soll dabei nicht nur technisch überzeugen, sondern auch beim Design punkten: Das Aluminiumgehäuse ist hochwertig verarbeitet, das Format handlich.
Design, Verarbeitung und Mobilität
Trotz seiner Leistung erinnert der Khadas Mind 2s äußerlich eher an eine externe Festplatte als an einen klassischen Computer. Mit nur zwei Zentimetern Höhe, 435 Gramm Gewicht und gerade einmal 146 mal 105 Millimetern Fläche ist das Gehäuse kaum größer als eine Handfläche. Das macht den Mini-PC extrem transportabel – vor allem, weil auch das Netzteil erfreulich klein ausfällt und sich problemlos im Reisegepäck verstauen lässt. Selbst im Vergleich zu vielen modernen Ultrabooks wirkt das System fast schon zierlich.
Gefertigt ist das Gehäuse aus gefrästem Aluminium, das angenehm in der Hand liegt. Die mattierte Oberfläche sieht nicht nur hochwertig aus, sondern ist auch resistent gegen Fingerabdrücke und kleinere Kratzer. Die Verarbeitung wirkt durchweg stabil, die Kanten sind abgerundet und fassen sich gut an. Auch bei längerem Betrieb bleibt das Gehäuse relativ kühl, was auf ein funktionierendes Wärmemanagement schließen lässt. Der Lüfter ist im Leerlauf kaum zu hören und selbst unter Last bleibt das System leise genug, um nicht zu stören. Das spricht für die effiziente Kühlung im Inneren.

Reisetauglichkeit fast auf Laptop-Niveau
Im Urlaub oder unterwegs spielt der Mini-PC seine Stärken aus – mit gewissen Einschränkungen. Wirklich Platz spart man im Gepäck im Vergleich zu einem Laptop nicht, vor allem dann nicht, wenn keine Peripheriegeräte wie Monitor, Maus oder Tastatur vor Ort verfügbar sind. Diese müssen dann zusätzlich mitgenommen werden, was den Mobilitätsvorteil relativiert. Wer hingegen bereits Monitor und Eingabegeräte am Zielort hat, reist mit dem Mind 2s deutlich leichter und profitiert davon, dass sich das System über Zusatzmodule wie Mind Dock oder Mind Graphics gezielt erweitern lässt.
Allerdings erfordert der Betrieb mehrere Kabelverbindungen, was den Aufbau etwas aufwendiger macht als bei einem klassischen Laptop. Gerade das Mitnehmen des Mind Dock oder der Mind Graphics bringt Volumen und Gewicht zurück, das man vorher eingespart hatte. Wer viel unterwegs arbeitet und ständig auf- und abbauen muss, wird sich daran stören. Wer hingegen nur gelegentlich mobil ist oder sein Setup flexibel gestalten möchte, kann vom modularen Konzept profitieren: Der Mind 2s lässt sich mit Modulen wie Mind Graphics oder Dock gezielt erweitern. Die eGPU-Einheit funktioniert dabei nicht nur mit dem Mind selbst, sondern auch mit Laptops, die Thunderbolt 4 oder 3 unterstützen.
Anschlüsse & Erweiterbarkeit
Das Basismodul des Khadas Mind 2s sieht schick aus und verfügt für seine Größe über eine ordentliche, wenn auch nicht üppige Auswahl an Schnittstellen: ein HDMI-Anschluss, zwei USB-A-Ports sowie zwei USB-C-Buchsen mit Thunderbolt-4-Standard. LAN, Audio, Kartenleser oder weitere USB-Ports fehlen allerdings. Im Vergleich zu vielen modernen Laptops steht das Mind-Modul damit gar nicht schlecht da, wer jedoch viel Peripherie anschließen will, benötigt eventuell zusätzliche Adapter oder ein Dock.
Vielseitiger wird das Setup mit der Mind-Graphics-Einheit. Neben der dedizierten GPU bringt das Modul zusätzliche Anschlüsse mit: unter anderem zwei HDMI-Ausgänge, einen DisplayPort, mehrere USB-A-Ports, eine USB-C-Buchse, Ethernet sowie einen Audioausgang. Die Grafikeinheit eignet sich damit nicht nur für grafikintensive Aufgaben wie Videoschnitt oder KI-Anwendungen, sondern auch als leistungsfähige Dockingstation. Praktisch: Auch eine SD-Karte kann direkt eingesteckt werden, was vor allem für Kreative mit Kameras hilfreich ist.

Anschlüsse modular erweiterbar
Mehr Anschlussvielfalt soll das separat erhältliche Mind Dock bieten. Es erweitert den Mini-PC um Ethernet, Audioanschluss, Kartenleser und weitere USB-Ports. Getestet wurde das Dock in diesem Fall allerdings nicht, weshalb keine Aussagen zur Praxisnutzung gemacht werden können.
In der Praxis zeigen sich die Schnittstellenkombis als alltagstauglich. Ob für Maus, Tastatur, externe Festplatten, Audiogeräte oder mehrere Monitore: Wer das richtige Modul wählt, bekommt eine solide Anschlussausstattung, die kaum Wünsche offenlässt. Selbst komplexe Setups mit mehreren Displays lassen sich problemlos realisieren. Einziger Haken: Ohne Dock oder GPU ist die Anschlussausstattung eingeschränkt – etwa fehlen LAN, Audio oder Kartenleser. Für viele Aufgaben reicht das jedoch aus: Bis zu drei Monitore lassen sich auch im Grundmodul gleichzeitig betreiben. Wer jedoch auf maximale Anschlussvielfalt setzt, kommt um die Erweiterungsmodule nicht herum.
Einrichtung und Bedienung
Die Einrichtung des Khadas Mind 2s verlief im Test reibungslos. Die notwendige Software wie die Mind App war bereits vorinstalliert, auch Firmware-Updates ließen sich darüber problemlos anstoßen. Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt und ist auch für Einsteiger gut verständlich.
Ein zentrales Element des Systems ist die Magnetkupplung für Erweiterungsmodule. Die Mind Graphics wird nicht angesteckt, sondern flach unter das Hauptmodul gelegt, wo sie magnetisch einrastet. Die Verbindung erfolgt über die sogenannte Mind-Link-Schnittstelle auf der Unterseite des Mini-PCs. Das Andocken klappt mit einem kurzen Ruck und ohne Schrauben – sogar im laufenden Betrieb. Die Verbindung sitzt stabil und wackelt nicht.
Im Test funktionierte das zuverlässig, allerdings zeigte sich ein kurioser Effekt: Nach dem erneuten Ankoppeln funktionierten Lautsprecher und Ethernet kurzzeitig nicht mehr. Nach wenigen Minuten war beides wieder da, ohne dass ein Neustart notwendig gewesen wäre. Die Ursache für dieses Verhalten blieb unklar, es trat aber nur einmal auf. Generell ist das modulare System sehr benutzerfreundlich gelöst.
Magnetische SSD-Erweiterung
Ein cleveres Detail ist der werkzeuglose SSD-Wechsel. Eine magnetische Abdeckung an der Geräteunterseite lässt sich mit leichtem Druck lösen. Darunter liegt der M.2-Steckplatz frei zugänglich. Das vereinfacht Upgrades erheblich und ist auch für Nutzer ohne Bastelerfahrung möglich. Auch die Temperaturentwicklung blieb beim Datentransfer unauffällig.
Insgesamt hinterlässt die Bedienung des Mind 2s einen durchdachten Eindruck. Das modulare Konzept funktioniert in der Praxis gut, solange man sich auf kleinere technische Eigenheiten einstellen kann. Besonders überzeugend ist die Kombination aus einfacher Handhabung und hoher Funktionalität – ein Spagat, den viele modulare Systeme nicht schaffen. Wer den Mini-PC flexibel einsetzen will, wird sich schnell an die Wechselmechanik und die klare Struktur der Software gewöhnen.
Benchmarks
Im Benchmark-Test zeigt der Khadas Mind 2s mit Mind Graphics eine solide Leistung, die sich sehen lassen kann. In Cinebench R23 erreicht das System im Multicore-Test 15.194 Punkte. Damit liegt es in der oberen Liga der mobilen Plattformen und übertrifft viele herkömmliche Laptops. Auch die Single-Core-Leistung ist mit 1.742 Punkten stark und sorgt für schnelle Reaktionen im Alltag.

Die GPU-Leistung der externen RTX 4060 Ti mit 16 GByte VRAM wurde mit dem 3DMark-Test „Steel Nomad“ (DX12) geprüft. Das Ergebnis: 2.880 Punkte bei durchschnittlich 28,81 Bildern pro Sekunde. Das reicht nicht für 4K-Gaming mit maximalen Details, aber für viele anspruchsvolle Anwendungen, Rendering oder AI-Tools ist die Leistung mehr als ausreichend.

Auch die SSD liefert überzeugende Werte. Im CrystalDiskMark erreicht das Laufwerk im sequentiellen Lesen über 5.200 Megabyte pro Sekunde, beim Schreiben sind es rund 4.800 Megabyte pro Sekunde. Selbst bei zufälligem Zugriff (4K Q32T1) bleibt die Leistung mit knapp 1.000 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben beachtlich.

Im Zusammenspiel ergibt sich ein starker Eindruck: Der Khadas Mind 2s mit RTX-Grafikmodul ist kein reiner Office-Mini-PC, sondern ein kompaktes System, das auch kreative Workloads und Spiele stemmen kann. In Sachen Performance ordnet sich das Set zwischen klassischen Laptops mit Mittelklasse-GPU und ausgewachsenen Desktop-PCs ein.
Alltagsleistung ohne GPU
Ohne das externe Grafikmodul zeigt sich der Khadas Mind 2s als leistungsfähiger Allrounder für typische Alltagsaufgaben. Office-Anwendungen, webbasiertes Arbeiten, Streaming in hoher Auflösung oder der Umgang mit mehreren Browser-Tabs laufen reibungslos. Die 64 Gigabyte Arbeitsspeicher und der schnelle Prozessor sorgen dafür, dass Programme schnell starten und Multitasking problemlos möglich ist. Der RAM ist allerdings fest verlötet und lässt sich nicht nachrüsten.
Besonders überraschend ist die Leistung beim Videoschnitt: Selbst 4K-Material mit 60 Bildern pro Sekunde lässt sich flüssig schneiden, auch ohne externe GPU. Das liegt unter anderem an der starken integrierten Intel-Arc-Grafikeinheit, die in Kombination mit der schnellen SSD und dem großen RAM einen echten Schub liefert. Wer gelegentlich einfache Projekte schneidet, braucht also nicht zwingend die eGPU.
Im Normalbetrieb bleibt das System angenehm leise. Der Lüfter ist im Office-Einsatz kaum zu hören und stört auch bei stärkerer Belastung nicht. Das Gehäuse erwärmt sich spürbar, wird aber nicht unangenehm heiß. Thermik und Lautstärke sind gut ausbalanciert und unterstreichen den hochwertigen Gesamteindruck.
Alltagsleistung mit Mind Graphics
Mit angeschlossener Mind Graphics spielt der Khadas Mind 2s seine volle Leistung aus. Die externe GPU basiert auf der Desktop-Variante der Nvidia RTX 4060 Ti mit 16 GByte VRAM (bzw. optional 8 GByte) und liefert damit deutlich mehr Rechenpower als typische Laptop-Grafikeinheiten. In der Praxis zeigt sich das beim Videoschnitt, bei KI-Anwendungen und beim Gaming.
Renderaufgaben in DaVinci Resolve laufen spürbar schneller ab. Auch die Vorschau bleibt bei hochauflösenden Projekten stabil. Bei generativer Bildbearbeitung – etwa mit Tools wie Stable Diffusion – profitiert das System ebenfalls von der GPU-Leistung. In modernen Spielen liefert die Mind Graphics ausreichende Leistung für flüssiges Full-HD-Gaming mit hohen Einstellungen. Bei 4K variieren die Ergebnisse je nach Titel und Engine deutlich.
Die Auslastung der GPU war im Benchmark und unter Last konstant hoch. Das Gehäuse der Grafikeinheit bleibt dabei erstaunlich leise. Selbst bei starker Beanspruchung bleibt die Lüfterlautstärke moderat, was für ein gutes thermisches Design spricht. Die Hitze wird effektiv abgeführt, ohne das Gerät unangenehm aufzuheizen.
Gegenüber mobilen eGPUs, die oft auf abgespeckte Notebook-Chips setzen, hat die Mind Graphics einen klaren Vorteil. Sie nutzt die Desktop-Variante der GPU mit voller Leistung und verzichtet auf separate Netzteile oder klobige Gehäuse. Das macht sie zu einer ernstzunehmenden Alternative für professionelle Nutzung im kompakten Format.



Praxiserfahrung & Kritikpunkte
Im Alltag erweist sich das modulare Konzept des Khadas Mind 2s als durchdacht und funktional. Die Kombination aus Basismodul und optionaler GPU macht das System flexibel einsetzbar, ob im minimalistischen Setup für unterwegs oder als leistungsfähige Workstation mit Grafikmodul am Schreibtisch. Im Unterschied zu klassischen Laptops lässt sich das System hardwareseitig modular erweitern – etwa durch externe Grafik oder zusätzliche Anschlüsse per Dock. Nutzer können ihr Setup gezielt anpassen, ohne gleich ein komplett neues Gerät anschaffen zu müssen. Das erhöht die Flexibilität und verlängert die Nutzungsdauer des Systems.
Trotzdem bleibt nicht alles reibungslos. Beim Test traten nach dem Wechsel zwischen den Modulen kurzzeitige Ausfälle bei Lautsprecher und Ethernet auf, die sich zwar von selbst lösten, aber auf kleinere Probleme bei der Verbindung hinweisen. Auch wenn das magnetische Docking generell gut funktioniert, braucht es für einen sauberen Betrieb eine gewisse Geduld und Gewöhnung.
Die Verbindungsmechanik ist innovativ, aber sensibel: Wer zu hastig an- oder abdockt, riskiert instabile Zustände. Zudem fehlt es an Feedback etwa durch ein Klickgeräusch oder eine LED, das eine korrekte Verbindung klar signalisiert. In der Folge bleibt manchmal Unsicherheit, ob alles richtig sitzt.
Innovative Alternative zum Desktop-PC
Klassische eGPU-Lösungen für Laptops per Thunderbolt sind keine Neuheit. Die Mind Graphics setzt sich jedoch durch ihre kompakte Bauform, das magnetische Direkt-Docking und zusätzliche Anschlüsse von typischen eGPU-Gehäusen ab. Sie kombiniert GPU-Leistung, Docking-Funktionalität und Stromversorgung in einem Modul – besonders effizient im Zusammenspiel mit dem Mind 2s.
Für den mobilen Alltagseinsatz ist das System nur bedingt geeignet – der Transport von Basismodul, Netzteil und möglichen Erweiterungen ist aufwendiger als bei einem Laptop. Seine Stärken zeigt der Mind 2s eher als platzsparende Alternative zum klassischen Desktop-PC: Mit deutlich geringerem Energiebedarf, leisem Betrieb und modularem Aufbau eignet er sich besonders für feste Arbeitsplätze mit wenig Raum – etwa im Homeoffice oder in kleinen Büros.
Fazit zum Khadas Mind 2s Mini-PC
Der Khadas Mind 2s richtet sich an Nutzer, die einen flexiblen und hochwertigen Mini-PC suchen, der sich dem eigenen Bedarf anpassen lässt. Wer hauptsächlich mit Office-Anwendungen, Medien und gelegentlichem Videoschnitt arbeitet, bekommt bereits im Grundmodul ein leistungsfähiges System. Dank der potenten Intel-Arc-Grafikeinheit läuft selbst 4K-Videoschnitt ohne Probleme.
Mit der Mind Graphics steigt die Leistung deutlich an. Die RTX 4060 Ti macht das System zur ernstzunehmenden Workstation für kreative Anwendungen, GPU-beschleunigte Prozesse und Spiele.
Das modulare Prinzip funktioniert dabei in der Praxis gut, solange man mit gelegentlichen kleinen Macken beim Wechsel der Module leben kann. Wer häufig unterwegs ist und ein mobiles All-in-One-Gerät sucht, ist mit einem klassischen Laptop besser beraten. Wer jedoch zwischen mehreren festen Arbeitsorten pendelt und sich ein anpassbares Setup wünscht, findet im Khadas Mind 2s eine durchdachte und zukunftstaugliche Lösung.
Bei der Bewertung überzeugt der Mini-PC durch Verarbeitung, Leistung und Flexibilität. Abzüge gibt es für die eingeschränkte Port-Ausstattung des Grundmoduls und kleine Verbindungsprobleme.
Im Vergleich zu typischen Ultrabooks mit ähnlicher CPU-Generation liefert der Mind 2s eine vergleichbare Rechenleistung, kann aber durch die externe GPU bei grafikintensiven Aufgaben deutlich zulegen – etwa bei 3D-Rendering oder KI-Anwendungen.
Mit einem Preis (Stand: Oktober/25) von 1.799 Euro für das Grundmodul und 1.299 Euro für das Graphics Dock bewegt sich das System allerdings in einer sehr hohen Preisklasse. Damit lohnt sich die Investition vor allem für Nutzer, die den modularen Ansatz auch wirklich ausreizen. Insgesamt reicht es aber für eine starke Bewertung.
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