Samsung aktualisiert seine Galaxy Tabs jedes Jahr und bringt immer ein Ultra-Modell auf den Markt. Die preiswerte Version wechselt jährlich zwischen einem normalen Basismodell und einem Plus-Modell mit etwas größerem Display. Nachdem Samsung 2024 das Galaxy Tab S10+ eingeführt hat, gibt es 2025 ein normales Basis-Tablet: das Galaxy Tab S11.
Was die Neuerungen der aktuellen 11. Generation betrifft, sollte man keinen Quantensprung erwarten. Stattdessen gibt es eher ein sanftes Upgrade, das sich im täglichen Gebrauch zwar durchaus bemerkbar machen kann, aber eben keine neuen Maßstäbe setzt. Ob sich ein Umstieg von der 10. auf die 11. Generation lohnt, ist fraglich. Interessant sind das Galaxy Tab S11 und S11 Ultra vor allem für diejenigen, die von einer älteren Generation umsteigen oder ganz neu im Sektor der Samsung-Tablets sind. Doch auch hier könnten ältere Modelle noch interessant sein.
Um Samsung-Galaxy-Fans die Kaufentscheidung etwas einfacher zu machen, geben wir im folgenden Vergleich einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen den aktuellen S10er- und S11er-Tabs und werfen anschließend noch einen Blick auf zwei Modelle aus älteren Generationen – die Galaxy Tabs S10 Ultra und S9 FE, die je nach Anforderungen und Budget auch heute interessant können.
Samsung Galaxy S11 und S11 Ultra: Das bietet die aktuelle Generation
Der größte Unterschied zwischen dem Galaxy Tab S11 und dem S11 Ultra liegt in der Displaygröße. Hinzu kommen einige kleinere Features wie die Anti-Reflexbeschichtung beim Ultra, die Frontkamera im Displayrand oder der modernere Wi-Fi-7-Standard. Viele Neuerungen betreffen jedoch beide Modelle – und die schauen wir uns im Folgenden an.
3nm-SoC sorgt für mehr Leistung und Energieeffizienz
Performance-technisch legt Samsung mit der 11. Generation erneut eine Schippe drauf. Verbaut wird in sowohl im S11 als auch im S11 Ultra der MediaTek Dimensity 9400+, der erstmals im 3nm-Verfahren gefertigt wurde. Dadurch können mehr Transistoren auf kleinerer Fläche untergebracht werden, was mehr Leistung und eine bessere Energieeffizienz haben soll. Samsung spricht hier von 28 Prozent mehr CPU- und 38 Prozent mehr GPU-Leistung im Vergleich zum Vorgänger, das wird von aktuellen Benchmarks zum Teil bestätigt. In jedem Fall ist hier mit einer (wenn auch subtil) spürbaren Leistungssteigerung zu rechnen.
One UI 8.0 und DeX-Modus für mehr Produktivität
Das Tab S11 wird mit One UI 8.0 auf Basis von Android ausgeliefert und bringt damit die neue Version der hauseigenen Oberfläche mit. Besonders interessant ist die direkte Integration von Galaxy AI, die bereits von den Galaxy-Smartphones bekannt ist. Funktionen wie Circle to Search, intelligente Übersetzungen in Echtzeit oder KI-gestützte Text- und Bildbearbeitung sind direkt an Bord – anders als bei der 10. Generation. System-Updates verspricht Samsung für sieben Jahre, also bis 2032.
Ein weiteres wichtiges Software-Feature ist der Samsung DeX-Modus, der auch beim Tab S11 wieder dabei ist. Wird das Tablet mit einer externen Tastatur, Maus oder einem Monitor verbunden, verwandelt sich die Benutzeroberfläche in eine PC-ähnliche Arbeitsumgebung mit frei verschiebbaren Fenstern und Multitasking-Funktionen.
Im Vergleich zum S10+ soll DeX auf dem S11 mit dem neuen Prozessor spürbar flüssiger laufen und bietet auch einige neue Features. Es gibt jetzt einen Extended Mode, bei dem Tablet-Display und externer Monitor unabhängig voneinander genutzt werden können – ähnlich wie bei einem echten Dual-Screen-Setup. Zudem lassen sich über Virtual Workspaces mehrere Arbeitsbereiche anlegen, zwischen denen man je nach Einsatzzweck schnell wechseln kann.
S Pen jetzt an der Seite – und eckig
Im Gegensatz zu Apple liefert Samsung den Eingabestift für die Tablets aus der S11-Serie direkt mit. Wie üblich, will der Hersteller die Latenz wieder etwas reduziert haben, um noch näher an das Gefühl von einem echten Stift auf Papier heranzukommen. Während sich der S Pen normalerweise an der Rückseite der Tablets befestigen und aufladen ließ, hat Samsung seinen Platz nun an den Rand verlegt. Außerdem ist der Stift nicht mehr rund, sondern eckig, ähnlich wie ein Bleistift.
Samsung Galaxy Tab S11 – kompaktes 11-Zoll-Tablet mit neuem Chip
Wer ein kompaktes aber leistungsstarkes Tablet für unterwegs sucht, kommt beim Samsung Galaxy Tab S11 auf seine Kosten. Während das Tab S10+ aus der vorherigen Generation noch mit einem 12,4-Zoll Display daherkam, schrumpft das Display des S11 auf 11 Zoll. Dabei setzt Samsung weiterhin auf die bewährte AMOLED-Technologie und eine Bildrate von 120 Hertz. Ein beträchtliches Upgrade gibt es hingegen für die Helligkeit, die nun bei 1.600 Nits liegt. Eine Anti-Reflexbeschichtung bringt das Basismodell allerdings nicht mit. Diese ist in der 11. Generation der Ultra-Version vorbehalten.
Aufgrund schmalerer Displayränder wirkt das S11 trotz des kleineren Panels sehr modern und bietet eine angenehm große Bildschirmfläche in kompakten Abmessungen. Mit rund 253,7 × 165,3 × 5,9 mm und einem Gewicht von knapp 510 Gramm ist es handlicher als das S10+, was sich vor allem beim mobilen Einsatz im Zug, Flugzeug oder auf Reisen bemerkbar machen dürfte.
Bis zu 18 Stunden Videowiedergabe
Mit dem MediaTek Dimensity 9400+ steckt in dem unscheinbar kompakten Galaxy Tab S11 ein leistungsstarker Prozessor, der sowohl Gaming als auch Multitasking problemlos gewachsen ist. Von der 3nm-Fertigung profitiert nicht nur die Performance, sondern auch die Akkulaufzeit. Laut Samsung soll das S11 bei der Videowiedergabe auf eine Laufzeit bis zu 18 Stunden kommen. Beim S10+ war hier noch von 16 Stunden die Rede. Vergleiche sind allerdings nicht ganz fair, da das kleine 11-Zoll-Display weniger Strom verbraucht. Allerdings hat das S11 mit 8.400 mAh auch einen kleineren Akku als das S10+.
Beim Arbeitsspeicher hat sich nichts getan: weiterhin 8 oder 12 Gigabyte RAM – je nach Speichergröße. Die maximale Speicherkapazität ist jedoch gestiegen. Während die kleine Version weiterhin 128 Gigabyte Speicherplatz mitbringt, kommt die größere Version nun mit 512 statt der vorherigen 256 Gigabyte. Ein Vorteil, der für beide Varianten gilt: Das Galaxy Tab S11 unterstützt Speicherkarten nun mit bis zu 2 Terabyte (vorher 1,5 Terabyte).
Rückschritt bei den Kameras
Beim Thema Kameras zeigt sich beim Galaxy Tab S11 ein kleiner Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger. Während das Tab S10+ noch mit einer Dual-Frontkamera ausgestattet war, setzt Samsung beim S11 wieder auf eine einzelne 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Für Videocalls oder Online-Meetings reicht diese Lösung vollkommen aus, ist durch das Ultraweitwinkelobjektiv auch für Gruppensituationen geeignet, bietet aber etwas weniger Spielraum als das frühere Doppel-Setup. Wer Wert auf dieses Feature legt, greift zum S11 Ultra oder S10+.
Auf der Rückseite bleibt es bei einer 13-Megapixel-Hauptkamera, die in erster Linie für Scans, Notizen oder gelegentliche Fotos gedacht ist. Bildqualität und Funktionsumfang sind solide, liegen aber klar hinter aktuellen Smartphones zurück.
Galaxy Tab S11 Ultra: Großes Anti-Reflex-Display, mehr RAM, duale Frontkamera
Der wesentliche Unterschied zwischen Galaxy Tab S11 und S11 Ultra liegt im Display. Mit einem riesigen 14,6-Zoll-AMOLED-Display spricht das Ultra-Modell vor allem Power-User, Kreative und Multitasker an, die das Tablet regelmäßig als Laptop-Ersatz nutzen möchten. Im Gegensatz zum normalen S11 bringt das Ultra eine Anti-Reflexbeschichtung mit, die Spiegelungen reduziert und das Arbeiten in hellen Umgebungen erleichtert. Auch die Spitzenhelligkeit liegt hier bei bis zu 1.600 Nits, womit das Panel noch einmal etwas leuchtstärker als beim Vorgänger ausfällt.
Aufgrund des größeren Gehäuses bietet das S11 Ultra auch mehr Platz für den Akku: Statt 8.400 mAh wie beim Basis-Modell stehen hier 11.200 mAh zur Verfügung. In Kombination mit dem effizienteren 3-nm-SoC verspricht Samsung eine ähnlich lange Laufzeit von rund 18 Stunden Videowiedergabe, obwohl das Display größer ist. Ein Vorteil verglichen mit dem kleinen Bruder ist zudem die höhere RAM-Ausstattung: Das Ultra startet mit 12 GB und reicht bis zu 16 GB RAM. Auch beim Speicher ist mehr Luft nach oben. Es gibt drei Optionen: 256 Gigabyte, 512 Gigabyte oder 1 Terabyte.
WiFi7, Dual-Kamera an der Vorderseite wieder dabei
Auch in puncto Konnektivität hat das Ultra die Nase vorn: Es unterstützt den neuen Wi-Fi-7-Standard. Damit ist es besser für die Zukunft gewappnet und verspricht in Verbindung mit einem kompatiblen Router deutlich höhere Datenraten und eine größere Reichweite.
Beim Kamera-Setup zieht das Ultra-Modell ebenfalls an der Basis-Ausführung vorbei: Statt einer einzelnen Frontkamera sitzt hier wieder ein Dual-Setup im Displayrand. Damit eignet sich das Tablet besser für Videokonferenzen und Gruppen-Calls. Auf der Rückseite bleibt es wie beim S11 bei der 13-MP-Hauptkamera, die in erster Linie für Scans oder einfache Aufnahmen gedacht ist.
Top-Modell der letzten Generation: Galaxy Tab S10 Ultra
Das S10 Ultra profitiert preislich von dem Release der 11. Galaxy Tab-Generation und hat mit dem Mediatek Dimensity 9300+ immer noch ordentlich Rechenpower unter der Haube – unterstützt von wahlweise 12 oder 16 Gigabyte RAM. Bei täglichen Anwendungen dürften sich hier keine großen Unterschiede zum Galaxy Tab S11 Ultra bemerkbar machen. Auf Features wie die verbesserte DeX-Integration müssen Nutzer allerdings verzichten.
Wie schon das S9 Ultra setzt auch das S10 Ultra auf ein riesiges 14,6-Zoll-Display, das eine Anti-Reflexions-Technologie sowie eine Spitzenhelligkeit von 930 Nits bietet. Der Vision Booster sorgt zudem für eine intelligente Helligkeitsanpassung, was das Tablet noch besser für den Außeneinsatz macht. Im Vergleich zum S10+ ist das Display nicht größer, aber hochauflösender (2.960 x 1.848 Pixel statt 2.800 x 1.752 Pixel).
Wie das S9 Ultra hat das S10 Ultra eine Dual-Frontkamera mit 12 MP Weitwinkel und 12 MP Ultraweitwinkel, die für Videoanrufe und Contenterstellung optimiert wurde. Dank Galaxy AI profitieren Nutzer von besserer Low-Light-Performance und optimierter Gesichtserkennung, wodurch Videokonferenzen klarer und schärfer wirken dürften. Die Hauptkamera bietet 13 MP + 8 MP Ultraweitwinkel und bietet aufgrund KI-gestützter Bildverarbeitung eine verbesserte Detailgenauigkeit und Belichtung.
Bis zu 1TB Speicher, lange Laufzeit
Das S10 Ultra ist das einzige Tablet seiner Modellreihe, das mit bis zu 1 Terabyte internem Speicher erhältlich ist. Neu ist die Erweiterbarkeit auf bis zu 1,5 Terabyte per MicroSD-Speicherkarte. Zusätzlich gibt es nun Wi-Fi 7 für noch schnellere Verbindungen – ein spürbares Upgrade gegenüber Wi-Fi 6E beim S9 Ultra.
Das S10 Ultra hat eine Akkukapazität von 11.200 Milliamperestunden und ist damit ein echtes Langläufer-Tablet. Trotz der leistungsfähigeren Hardware sorgt der energieeffiziente Dimensity 9300+ für eine verbesserte Laufzeit pro Ladung. Wie beim Vorgänger bleibt die 45-Watt-Schnellladefunktion erhalten, womit das Tablet in kurzer Zeit wieder aufgeladen werden kann.
Samsung Galaxy Tab S9 FE: das Einstiegsmodell
Das Modell FE ist der kleinste Vertreter unter den Tablets aus der Galaxy-S9-Reihe. Samsung verbaut hier ein 10,9 Zoll großes LC-Display mit einer Auflösung von 2.304 x 1.440 Pixeln (WUXGA+) und einer Bildrate von 90 Hertz.
Mit dem kleinen Display bietet das S9 FE keine optimalen Voraussetzungen für Filme, Spiele oder Office-Anwendungen. Für den mobilen Einsatz ist es dennoch eine gute Wahl. Immerhin handelt es sich auch um das kleinste und leichteste Modell der Galaxy-Tab-S9-Reihe (165,8 x 254,3 x 6,5 Millimeter, 523 Gramm). Für alle, die sich ein größeres Display wünschen, gibt es das Galaxy Tab S9 FE+ mit 12,4-Zoll-Display. Anzumerken ist, dass das Display nicht ganz so robust ist wie beim S9 oder aktuelleren Modellen. Statt Corning Gorilla Glass 5 setzt Samsung hier noch auf Corning Gorilla Glass 3.
Das kleine Display bringt neben den überschaubaren Abmessungen des Tablets einen weiteren Vorteil mit: einen geringen Stromverbrauch. Obwohl das S9 FE einen vergleichsweise kleinen 8.000-Milliamperestunden-Akku hat, übertrumpft es das S9, das S9+ und das S9 Ultra bei der Akkulaufzeit. Laut Samsung hält das Tablet bei Videowiedergaben bis zu 18 Stunden durch.
Leistung und Kameraausstattung eher zweckmäßig
Mit Blick auf die verbaute Hardware ordnet sich das Galaxy Tab S9 FE leistungstechnisch in die untere Mittelklasse ein. Es arbeitet mit Samsungs Exynos-1380-Prozessor. Die Arbeitsspeicherkapazität beträgt 6 oder 8 Gigabyte – je nach gewähltem Massenspeicher (128 oder 256 Gigabyte). Für die meisten Aufgaben reicht das aus. Wer rechenintensive Programme nutzen möchte oder sich eine höchstmögliche Gaming-Performance wünscht, greift besser zu einem anderen.
Für diejenigen, die mit ihrem neuen Samsung-Tablet fotografieren und filmen wollen, ist das Galaxy Tab S9 FE ebenfalls nicht die beste Wahl. Samsung beschränkt sich hier auf das Wesentliche und spendiert dem Tablet-PC lediglich eine 8-Megapixel-Weitwinkelkamera an der Rückseite und eine 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera für Selfie-Aufnahmen. Auch bei der Tonwiedergabe macht Samsung Abstriche: Anstatt Dolby-Atmos-fähigen Quad-Lautsprechern hat das FE lediglich zwei AKG-Lautsprecher.
FAQ – häufig gestellte Fragen zur Samsung-Galaxy-Tab S11-Reihe
Aus technischer Sicht ist das S11 Ultra aktuell das beste Samsung Galaxy Tab. Das heißt aber nicht, dass es für alle Nutzer die beste Wahl darstellt. Wer ein möglichst kompaktes Tablet sucht, greift lieber zum normalen S11. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte derzeit bei den Modellen aus der 10. Generation am besten sein. Als besonders günstige Optionen für den kleinen Geldbeutel sind auch die Galaxy Tabs aus der 9. Generation noch relevant – insbesondere die FE-Modelle, die es in den neuen Generationen nicht gibt.
Das Galaxy Tab S11 Ultra ist mit neuem 3-nm-Chipsatz und effizienter, bietet einen etwas größeren Akku, ist schlanker und leichter gebaut, hat einen überarbeiteten S Pen und bringt aktuelle Galaxy-AI-Funktionen sowie eine verbesserte DeX-Softwarte mit.
Die Galaxy-Tab-A-Modelle von Samsung sind als Mittelklasse-Optionen positioniert und bieten solide Leistung und Funktionen zu einem erschwinglichen Preis. Im Vergleich dazu gehören die Galaxy-Tab-S-Modelle zur Oberklasse und zeichnen sich durch hochwertigere Displays, leistungsstärkere Hardware und zusätzliche Funktionen wie erweiterte Kameras und S-Pen-Unterstützung aus.
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Samsung in der 11. Generation FE-Modelle einführen wird. Bereits im Vorjahr hatte der Hersteller auf die preiswerten Modellvarianten verzichtet. Möglicherweise hält man an dieser Strategie fest. Genauso denkbar wäre es, dass Samsung die FE-Modelle im Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlicht, was bedeutet, dass in der 11. Generation wieder welche erscheinen.
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