Moderne und vor allem schnelle Systeme kommen kaum noch ohne sie aus: die Solid State Drive, kurz SSD. Sie ist eigentlich kein Laufwerk (Drive), sondern ein Datenträger mit Flashspeicher, wie beispielsweise eine SD-Karte, die oft in Kameras oder Spielekonsolen wie der Nintendo Switch genutzt wird. Doch es gibt auch noch die Festplatte als traditionellen Datenträger, auch HDD (Hard Disk Drive) genannt.

Bei der Festplatte muss – vereinfacht formuliert – die Datei auf der Scheibe erst durch Drehung den Lesekopf erreichen. Bei SSDs werden die Daten meist direkter angesprochen. Beide Datenspeicher haben ihre Daseinsberechtigung, sofern die Anwender die Wahl haben. Allgemein gilt: Ist ein System für eine Festplatte vorbereitet, lässt sich diese in aller Regel ausbauen und mehr oder weniger kompliziert durch eine SSD ersetzen. Eine SSD wiederum durch eine Festplatte zu ersetzen, ist dagegen nicht immer möglich. Viele SSDs sind nämlich vor allem in dünnen und leichten Geräten verlötet.

Festplatte: welche Vorteile hat sie? Was sind die Nachteile?

Damit kommen wir zu der traditionellen Lösung: der Festplatte. Der Vorteil ist noch immer, richtig viel Speicherplatz für wenig Geld zu bekommen. Perfekt für ein Datengrab. Videodateien, Musik, Fotos und Ähnliches brauchen keine Geschwindigkeit, sondern Platz, zumindest wenn sie nur angeschaut oder nur gelagert werden sollen. Zum Bearbeiten ist gegebenenfalls eine SSD ratsam.

Die Festplatte ist damit ideal für den großen Desktop-Tower als zweiten, dritten oder vierten Datenträger. Für NAS-Systeme etwa, die Back-ups machen, ist sie auch gut geeignet. Externe Festplatten nutzen, wie es der Name schon sagt, Festplattentechnik. Vom Einsatz in Notebooks ist allerdings eher abzuraten, es sei denn, das Notebook kann zusätzlich eine SSD fassen.

Festplatten gibt es im großen, vom Desktop bekannten, 3,5-Zoll-Format oder als kleine Notebook-Festplatte mit 2,5 Zoll. Gerade diese wird auch gerne als externe Festplatte verkauft. Wer viel Kapazität braucht, sollte eine 3,5-Zoll-Festplatte kaufen. Die kleinen Notebook-Festplatten wurden hingegen schon locker von der SSD überholt, wenn auch zu einem hohen Preis. Die Nachfrage nach Notebook-Festplatten ist so gering, dass die großen Modelle mit 5 Terabyte fast nur noch als externe Modelle verkauft werden. Für kompakte NAS-Systeme wären sie eigentlich praktisch, aber die Entwicklung scheint nach aktuellem Stand am Ende. Größere Steigerungen sind kaum noch zu erwarten.

Das Schöne an modernen großen Festplatten: Anwender können etwa bei NAS-Festplatten gute Datenraten erwarten. Um die 200 Megabyte pro Sekunde sind drin.

SSD: welche Anschlusstechnik ist die Beste?

Der aktuelle Standard ist die SSD. Und hier wird die Anschlusstechnik relevant. Die Festplatte wird in der Regel per SATA in ein System eingebunden. Bei der SSD wird die Technik zwar auch noch genutzt, doch es wird komplizierter.

Wie Festplatten gibt es auch SSDs in unterschiedlichen Bauformen und obendrein mit verschiedenen Anschlussprotokollen. Der Einfachheit halber konzentrieren wir uns bei diesem Ratgeber auf vor allem für Endkunden interessante Formate. Wer tiefer einsteigen will, dem sei der Blick in das sehr ausführliche SSD-Kompendium von Golem.de empfohlen.

Kommen wir zur SSD selbst. Die Bauform entscheidet oft schon, ob ein Modell überhaupt sinnvoll nutzbar ist. Die größten Angebote verteilen sich auf zwei Bauformen: die sogenannten M.2-SSDs in Form eines Sticks und die 2,5-Zoll-SSDs, die meist etwas flacher als Festplatten sind, aber trotzdem gut verbaut werden können. Das Schöne an dem Format: Es gibt auch Adapterlösungen, um etwa eine moderne M.2-SSD in ein 2,5-Zoll-Gehäuse und somit auch in Schächte von Notebooks einbauen zu können.

SSD: SATA oder PCIe?

Eine M.2-SSD mit Adapterlösung empfiehlt sich vor allem, wenn ohnehin bald ein Wechsel ansteht. Hier ist zu beachten, dass die 2,5-Zoll-Gehäuse mit SATA- oder gar PATA-Anschluss vor allem von der kurzen Zugriffszeit profitieren. Damit reicht eine M.2-SSD mit SATA-Verbindung. Es gibt sie aber auch mit der deutlich schnelleren PCIe-Verbindung. Unterschiedliche Einkerbungen an den Pins machen diese unterscheidbar.

Die Preisunterschiede sind vor allem bei kleinen SSDs mittlerweile nicht so groß. Es kann sich also lohnen, eine eigentlich viel zu schnelle PCIe-SSD in dem Gehäuse zu nutzen, wenn der Datenträger ohnehin bald direkt in ein schnelles System gesteckt werden soll. Zu beachten ist allerdings, dass externe Gehäuse ebenfalls unterschiedliche Fähigkeiten haben. Eine PCIe-SSD funktioniert etwa nicht in einem SSD-Gehäuse, das nur SATA unterstützt.

Wer wirklich Geschwindigkeit braucht, muss abseits von Profilösungen den Weg der M.2-SSDs gehen, und zwar nicht jener mit SATA-Anschluss. Wer eine schnelle SSD kaufen will, sollte auf die beiden Stichworte PCIe und NVMe achten.

Braucht meine SSD PCIe 4.0?

Geschwindigkeiten, die das Zehnfache von SATA überschreiten (PCIe 4.0) sind prinzipiell machbar. Aber selbst die langsamen Vertreter der PCIe-SSDs sind bereits um ein Vielfaches schneller als SATA-SSDs, egal in welchem Formfaktor – zumindest bei zusammenhängenden Daten. Bei vielen kleinen Daten ist der Unterschied eher abhängig von dem Können der Entwickler und der ausgewählten Hardwarekomponenten auf der SSD, weniger von der Schnittstelle.

Anzumerken sei aber: Die extrem hohen Geschwindigkeiten von Top-SSDs wie der Samsung 980 Pro sind vor allem für diejenigen eine gute Lösung, die viel mit Daten arbeiten. Dazu gehören etwa Videoverarbeitung oder die Verwaltung größerer Fotobibliotheken und natürlich der Transfers von Daten.

Wer nur einen Bürorechner hat, der wird mit einer PCIe-3.0- oder sogar SATA-SSD glücklich. Denn die kurzen Zugriffszeiten sorgen für angenehmes Arbeiten im Alltag.

Moderne SSDs haben oft einen sogenannten SLC-Puffer. Der beschleunigt das Schreiben vor allem bei SSDs mit TLC- oder QLC-Flashspeicher. Im Büroalltag merken die Anwender dies kaum. Ankommende Daten werden zunächst mit maximaler Geschwindigkeit in die SLC-Zellen geschrieben und anschließend an die richtige Position gebracht. Die dahintergeschalteten Speicherzellen sind immer noch schnell, und es werden Ruhepausen genutzt, um die Daten umzuschichten. Das lohnt sich vor allem bei QLC-SSDs, die hier ihre Schwächen haben. Wie groß der Puffer ist, lässt sich bei manchen SSDs einstellen. Für die meisten Anwender ist allerdings das Lesen der Daten wichtig, sodass nur Poweruser auf diese Funktion achten müssen.

Fazit

Wer einen Datenträger braucht, der greift nur noch in seltenen speziellen Fällen zu einer Festplatte. Die langsamen Datenraten machen das Arbeiten schwierig. Für das Lagern großer Datenbestände sind sie aber weiterhin wichtig. Back-up nicht vergessen!

Ansonsten kann fast immer zu einer SSD geraten werden. Die Zugriffszeiten sind ein enormer Fortschritt im Vergleich zur Festplatten-Ära. Für die meisten Anwender sind Kapazitäten unterhalb eines Terabytes ausreichend. Große Kapazitäten sind auch möglich, aber ist sehr kostspielig. Es lohnt sich manchmal doch eine Festplatte, die einfach extern angestöpselt wird. Mit der sollte man wegen der beweglichen Teile im Inneren etwas vorsichtiger umgehen. Flashspeicher sind hingegen vergleichsweise unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen.