Ein WLAN-Router wird in der Regel von jedem Internet-Anbieter zu einem kleinen Preis angeboten. Diese Geräte entsprechen bei Abschluss des Vertrages meist dem aktuellen Stand der Technik, können aber bereits nach ein bis zwei Jahren veraltet sein oder werden den Bedürfnissen nicht mehr gerecht.

Spätestens dann wird es Zeit, über den Kauf eines eigenen WLAN-Routers nachzudenken. Aber auch wenn das vom Internet-Anbieter angebotene Gerät zu teuer ist oder nicht genug Funktionen bietet, kann sich ein separater Kauf lohnen.

So lässt sich beispielsweise umgehen, dass einige Internet-Provider die Einstellungsoption für einen alternativen Telefonie-Anbieter sperren oder nur gegen eine Gebühr freischalten. Da der WLAN-Router grundsätzlich der Hauptzugangspunkt und die Schnittstelle zwischen dem Heimnetzwerk und dem Internet-Provider ist, kommen die Provider-Geräte schnell an ihre Grenzen, wenn diese zum Beispiel auch als Basis für schnurlose Telefone oder für die Nutzung einer fest eingestellten VPN-Verbindung herhalten soll.

Erweiterte Funktionen, wie das Abschalten der Fernwartung, das Einstellen eines alternativen DNS-Servers oder spezielle Portfreigabe, sind mit einem eigenen Gerät teilweise überhaupt erst oder zumindest umfangreicher möglich. Zudem werden Router, die nicht von einem Internet-Anbieter stammen, sondern mit der originalen Systemsoftware laufen, meist schneller und zuverlässiger mit Updates versorgt.

Gründe für die Anschaffung eines WLAN-Routers gibt also genug. Denn das eine perfekte Modell gibt es nicht. Die folgende Auswahl deckt daher verschiedene Anwendungsfälle und Bedürfnisse ab. Im Anschluss werden Fragen rund um das Thema WLAN-Router beantwortet.

Vielseitig und anwenderfreundlich: AVM Fritzbox 7530 AX für DSL-Anschlüsse

Eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse bietet seit jeher der deutsche Hersteller AVM. Die derzeit circa 150 Euro günstige AVM Fritzbox 7530 AX deckt sowohl einfachere als auch anspruchsvollere Bedürfnisse ab. Hierbei sorgt insbesondere der aktuelle WLAN-Standard WiFi 6 bei vielen gleichzeitig verbundenen Geräten für ein optimale Aufteilung der verfügbaren Bandbreite.

Auch PCs, Konsolen oder Smart-TVs im lokalen Netzwerk finden an bis zu vier GigabitLAN-Ports einen Platz. Hinzu kommen der Eingang für die DSL-Verbindung und ein Anschluss für ein analoges Telefon. Neben WLAN-fähigen Geräten versorgt die Fritzbox 7530 zudem bis zu sechs schnurlose DECT-Telefone. Zu guter Letzt lässt sich über einen USB-A-Anschluss auch ein Speichermedium als Netzwerkspeicher bereitstellen. Da dieser aber nur den USB-2.0-Standard unterstützt, fallen die Datenraten etwas geringer aus. Da grundlegende Einstellungen sehr unkompliziert möglich sind, ist die AVM Fritzbox 7530 AX aber auch insgesamt ein hervorragender WLAN-Router.

Günstig und Modern: Honor Router 3 für schnelles WLAN

Für derzeit circa 50 Euro ist der Honor Router 3 das ideale Gerät, wenn kein integriertes DSL-Modem benötigt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Internetverbindung vom Kabel-, Telefon- oder Glasfaseranschluss über ein einzelnes Modem an den alten Router weitergeleitet wird. Hierbei kann das Modem in Betrieb bleiben und nur das Gerät dahinter wird ausgewechselt. Im Anschluss daran erweitert dieser günstige WLAN-Router das bestehende Netzwerk um WiFi 6 und bringt auch noch drei LAN-Anschlüsse mit. Dass diese mit einem Datendurchsatz von 1 GBit/s langsamer sind als die theoretische Geschwindigkeit des WLANs macht sich im Alltag aber kaum bemerkbar. Erst wenn drahtlose Daten mit einer höheren Geschwindigkeit an ein per LAN-Kabel verbundenes Gerät gesendet werden, begrenzt der LAN-Anschluss die Geschwindigkeit.

Durch das dezente Design und den niedrigen Preis passt der Honor Router 3 in jedes Wohnzimmer. Damit ist er eine gute Wahl, wenn alte Hardware im heimischen Netzwerk ersetzt werden soll oder die vom Internet-Provider bereitgestellten Geräte nicht mehr leistungsfähig genug sind. Auf Extras wie einen USB-Anschluss wurde allerdings verzichtet, wodurch sich zum Beispiel keine externe Festplatte als Netzwerkspeicher am Router betreiben lässt.


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Viele Verbindungen und hohe Geschwindigkeit: Netgear Nighthawk AX6000 mit 12 Antennen

Mit seinen zwölf Antennen kann der Netgear Nighthawk AX8 Geschwindigkeiten im WLAN von bis zu 6 GBit/s erreichen. Das setzt natürlich auch entsprechende Endgeräte voraus, die ebenfalls mehrere Antennen besitzen und somit von der mehrfachen Verbindung zum Router profitieren können. Bei modernen Notebooks ist dies zum Teil der Fall, bei Smartphones und Tablets eher nicht.

Dennoch profitieren auch diese Geräte von den vielen Antennen. Insbesondere bei einer hohen Zahl gleichzeitiger Verbindungen kann der Netgear Nighthawk AX6000 seine Bandbreite auf die vielen Antennen besser aufteilen, als es mit zum Beispiel nur vier Antennen möglich wäre. Aber auch mit einem LAN-Kabel angeschlossene Geräte finden ihren Platz an vier Ports mit jeweils bis zu 1 GBit/s und einem Multi-Port der entsprechende Clients mit 5 GBit/s, 2,5 GBit/s oder 1 GBit/s versorgen kann.

Für Gamer und Streamer: Asus AX5700 RT-AX86U mit Anwendungs-Priorisierung

Auch für die speziellen Anforderungen von Anwendungen, die eine stabile Netzwerkverbindung erfordern, gibt es den passenden WLAN-Router. Über die WLAN- und Netzwerkfunktionen hinaus steckt der Sinn eines solchen Gerätes in der Software. Hier lassen sich Priorisierungen, in der Fachsprache Quality of Service (QoS) genannt, festlegen, die eine Verbindung für beispielsweise Spiele oder Livestreams bevorzugt behandeln. So werden auch minimale Aussetzer vermieden, die zum Beispiel beim Versenden von Daten an Smartphones oder Tablets entstehen können.

Asus setzt hier auf vier Antennen, von denen eine intern verbaut wurde. Auch vier LAN-Ports mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s sind vorhanden, ein weiterer Port stellt passenden Geräten auch 2,5 GBit/s bereit. Das umfangreiche Betriebssystem ermöglicht zudem detaillierte Einstellungen, und ein USB-A-Anschluss mit 3.2-Gen1-Standard stellt zum Beispiel eine externe Festplatte als Netzwerkspeicher bereit.

Häufige Fragen zu WLAN-Routern

Bei der Suche nach einem neuen WLAN-Router tauchen viele Fragen auf, deren Antworten nicht immer leicht zu finden sind. Die häufigsten davon sind hier zusammengetragen und bieten einen guten Einstieg in die Welt der WLAN-Router.

Was ist Wi-Fi 6 bzw. was bedeuten WLAN-Standards?

Der WLAN-Standard gibt, vereinfacht gesagt, an, welche Geschwindigkeit mit einem entsprechenden Gerät theoretisch möglich ist und auf welchen Frequenzen mit welchen Sicherheitsstandards gefunkt wird. Wichtig ist hierbei, dass nahezu alle Router auch ältere Standards unterstützen. Somit lassen sich ältere Notebooks, Smartphones oder Tablets über WLAN mit dem Internet verbinden, obwohl diese dabei nicht von der maximal möglichen Geschwindigkeit profitieren.

In der Vergangenheit waren die Bezeichnungen für den jeweiligen WLAN-Standard etwas kryptisch. Sie hießen zum Beispiel IEEE 802.11ac oder IEEE 802.11 b/g/n. Um eine einfachere Bezeichnung zu realisieren, wurde die Namen rückwirkend angepasst. Die Zählung beginnt nun bei WiFi 4 (802.11n) und setzt sich mit WiFi 5 (802.11ac) sowie WiFi 6 (802.11ax) fort. Letzteres wird demnächst um WiFi 6E erweitert, wobei sich hier lediglich das nutzbare Frequenzband ändert.

WLAN-Router: Was sind Frequenzbänder?

Frequenzbänder bezeichnen den Bereich, in dem sich Signale per Funkverbindung übertragen lassen. Die Bundesnetzagentur legt in Deutschland die Bereiche fest, in denen sich beispielsweise Amateurfunker, Radiosender oder Wetterstationen bewegen dürfen.

Auch für WLAN gibt es solche Bereiche, die in der Regel als 2,4- und 5-GHz-Band bezeichnet werden. Während Ersteres bereits seit langer Zeit für drahtlose Netzwerke genutzt wird, ist das zweite Band erst seit 2013 verfügbar und fand in den darauffolgenden Jahren Einzug in die meisten mobilen Geräte. Mit dem WiFi-6E-Standard soll zudem noch ein drittes, nämlich das 6-GHz-Band für WLAN-Geräte nutzbar gemacht werden.

Während sich das 2,4-GHz-Band auch für die Übertragung von Daten durch ein bis zwei Wände und über eine etwas höhere Distanz eignet, dafür aber nicht so schnell ist, zeichnen sich die Bänder im 5- und 6-GHz-Bereich durch hohe Geschwindigkeiten mit einer reduzierten Reichweite aus. Außerdem wird das 2,4-GHz-Band häufig auch von benachbarten WLANs und Smart-Home-Geräten belegt, wodurch es stärker ausgelastet ist.

Mit Modem oder ohne?

Wie der Name bereits sagt, ist ein WLAN-Router für das Aufspannen eines kabellosen Netzwerks und das Verwalten der darin gesendeten Daten sowie angemeldeten Geräte zuständig. Soll eine Verbindung ins Internet hergestellt werden, muss ein DSL-, Glasfaser- oder Kabel-Modem diese Signale an den Router weiterreichen bzw. von diesem entgegennehmen. Der Begriff “Modem” ist die Abkürzung für Modulator/Demodulator, was ein Gerät beschreibt, das die Signale von und zum Provider interpretieren und umwandeln kann.

Im Normalfall wird das Modem vom Internet-Anbieter bereitgestellt. Das kann ein einzelnes Gerät mit einem Netzwerkanschluss sein oder bereits ein WLAN-Router mit integriertem Modem. Ist ein einzelnes Modem vorhanden, ist es in der Regel sinnvoll, einen WLAN-Router ohne Modem zu kaufen. Ist der Funktionsumfang zu klein oder soll das Kombigerät ersetzt werden, kommen auch WLAN-Router mit integriertem Modem in Frage.

Durch die in Deutschland herrschende Routerfreiheit müssen Internet-Anbieter an ihren Anschlüssen zulassen, dass ein eigenes Modem verwendet wird. Es kann jedoch vorkommen, dass Funktionen und Geschwindigkeiten nicht vollumfänglich bereitstehen, wenn ein eigener Router mit Modem verwendet wird.

Was können mein Smartphone oder Tablet bzw. meine Endgeräte?

Ein WLAN-Router, der mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6 GBit/s beworben wird, wird diese einem einzelnen Endgerät nur unter Laborbedingungen bereitstellen können. Im Alltag ist es daher wichtiger, dass die vorhandenen Geräte einen modernen Standard unterstützen und nicht zu viele davon gleichzeitig betrieben werden, um den Router nicht zu überlasten.

In PCs oder Notebooks sind meist WLAN-Module mit mehreren Antennen verbaut, wobei hier selbst vier Antennen noch eine Seltenheit darstellen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Router mit maximal vier seiner eigenen Antennen Verbindungen zum PC oder Notebook aufnehmen kann. Moderne Smartphones und Tablets verwenden meist nur zwei Antennen, in günstigeren Geräten oft nur eine.

Da die verfügbaren GHz-Bänder in einzelne Kanäle aufgeteilt sind und deren Bandbreite noch variieren kann, profitieren viele Endgeräte an einem Router von dessen vielen Antennen. Da jedes über einen eigenen Kanal mit dem Router kommunizieren kann, kommt es nicht zu Engpässen. Andersherum kann allerdings auch ein Gerät mit mehreren Antennen über diese gleichzeitig über mehrere Kanäle eine Verbindung zum Router aufnehmen und profitiert damit von einer höheren Geschwindigkeit.

WLAN-Router: Welcher Preis ist gerechtfertigt?

Ist ein Modem vorhanden und soll lediglich ein alter WLAN-Router ersetzt werden, reicht ein günstiges Modell vollkommen aus. Damit profitieren neue Smartphones oder Notebooks von einem schnelleren und meist auch stabileren WLAN.

Soll aber das Modem vom Internet-Provider gleich mit ersetzt oder müssen Prioritäten für einzelne Geräte oder Anwendungen festgelegt werden, dann lohnt es sich, in ein teureres Modell zu investieren. Auch wenn ein schneller 5-GBit-LAN-Port vorhanden sein soll, oder zusätzliche Verwaltungsfunktionen benötigt werden, steigt der Preis schnell nach oben.