Smarte Heizkörperthermostate im Vergleich

Mit Gaspreisen auf Rekordniveau sorgt nicht nur die kalte Jahreszeit dafür, dass sich immer mehr Menschen in den eigenen vier Wänden aufhalten. Mit Blick auf die kommende Gasabrechnung kann es durchaus lohnend sein, die heimischen Heizgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und die Wohnung beziehungsweise das Haus mit smarten Geräten wie zum Beispiel dem Heizkörperthermostat auszustatten.

Allerdings muss es nicht zwingend immer smart sein. Elektronische beziehungsweise programmierbare Thermostate verfügen in der Regel über denselben Funktionsumfang. Lediglich die komfortable Steuerung aus der Ferne könnte sich als etwas schwierig erweisen. Smarte Geräte sind Out of the Box mithilfe der Cloud von überall auf der Welt steuerbar, sofern eine Internetverbindung vorhanden ist.

Mit smarten Heizkörperthermostaten bares Geld sparen

Hier findet sich auf dem Markt eine Vielzahl von Herstellern. Unter anderem bietet Bosch mit seinem Smart Home Heizkörperthermostat II ein intelligentes Thermostat mit App-Funktion, das ebenfalls mit Amazons Alexa sowie dem Apple Homekit und Googles Assistant kompatibel ist. 

Die Maße belaufen sich auf 5,1 cm x 5,1 cm x 7,6 cm (L x B x H). Zu den Besonderheiten des Heizkörperthermostat II von Bosch zählt ein sichtbarer Leuchtring mit mehrfarbigen LEDs. Im Lieferumfang sind neben dem Thermostat zwei AA-Batterien sowie ein Adapter Danfoss RA und ein Danfoss RAVL enthalten. 

Das smarte Heizungsthermostat sorgt für eine individuell einstellbare Raumtemperatur. Zusätzlich ist es möglich, einen Timer zu nutzen und die Heizung auf die Minute genau zu kalibrieren. Zur Integration in das Bosch Smart-Home-System ist ein Bosch Smart-Home-Controller erforderlich. Das Heizkörperthermostat II ist nicht mit Bosch Easycontrol kompatibel. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beläuft sich auf rund 80 Euro. 

Starterkit für smartes Heizen

Wer mehrere Heizungen “versmarten” möchte, findet beim tado Basic-Wi-Fi-Starterkit V3+ gleich drei intelligente Thermostate und eine digitale Heizungssteuerung per App. Alexa, Siri & Google werden auch hier unterstützt. Kostentechnisch liegen Käufer bei knapp 250 Euro.

Die für den Betrieb benötigten sechs AA-Batterien sind enthalten. Genau wie eine Internet Bridge, ein USB-Kabel, ein Poweradapter sowie ein Adaptersatz und die bereits erwähnten Heizkörperthermostate.

Der Raumluft-Komfort-Skill, mit dem sich unter anderem eine Pollenvorhersage nutzen lässt, steht bei der Basic-Variante nicht zur Verfügung. Die Temperatur kann zudem nur von 19 bis 25 °C eingestellt werden.

Deutscher Hersteller

Auch das deutsche Unternehmen AVM ist auf dem Markt für intelligente Heizkörperregler mit dem Fritz Dect 301 vertreten. Für 110 Euro gibt es ein smartes Thermostat, das laut Herstellerangaben für alle gängigen Heizkörperventile und Fritzboxen mit Dect-Basis geeignet ist. Die Maße belaufen sich auf 8,7 cm x 5,3 cm x 5,2 cm (L x B x H).

Über die Fritzbox-Benutzeroberfläche wird der Fritz Dect 301 konfiguriert. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe des PCs beziehungsweise Notebooks sowie des Smartphones oder Tablets. Wichtig ist dabei, dass auf dem AVM-Router mindestens das Fritz OS in der Version 5.83 installiert ist. Ansonsten ist es nicht möglich, die smarten Heizkörperregler zu nutzen.

Im Lieferumfang sind neben dem Thermostat zwei AA-Batterien sowie ein Adapter für Danfoss RA enthalten. An Funktionen stehen unter anderem individuell programmierbare Heizprofile sowie eine Fenster-Offen-Erkennung oder eine Frostschutzautomatik zur Verfügung.

Smartes Heizkörperthermostat für unter 60 Euro

Etwas günstiger als alle bisher genannten Produkte ist das Homematic IP Smart-Home-Heizkörperthermostat. Aktuell ist das intelligente Thermostat für unter 60 Euro erhältlich. Für den Betrieb ist jedoch die Anbindung an einen Homematic IP Access Point erforderlich. Die Zentrale CCU2 wird nicht unterstützt. Die Steuerung erfolgt über die Homematic IP Smartphone-App oder per Alexa sowie Google Assistant. Das Set, bestehend aus einem Access Point sowie vier Thermostaten und zwei Tür-Fensterkontakten, liegt bei einer UVP von knapp 390 Euro.

Der Hersteller spricht durch die automatische Temperaturabsenkung beim Lüften und bedarfsgerechtes Heizen über Energieeinsparungen von bis zu 30 %. Bis zu drei einstellbare Heizprofile sind möglich. Die Temperatur kann zeitgesteuert auf Raumebene reguliert werden. Dabei können bis zu sechs Heizphasen pro Tag mit individuell einstellbarer Temperatur programmiert werden. Die Maße belaufen sich auf 7,1 cm x  9,7 cm x  5,8 cm (L x B x H).

Das smarte Heizkörperthermostat Zigbee von Ketotek ist mit einem Verkaufspreis von derzeit knapp 45 Euro verfügbar und wird oft in Kombination mit einem Echo Dot von Amazon genutzt. Alternativ kann auch der Google Assistent verwendet werden. Die Temperatur lässt sich am Heizungsthermostat Zigbee selbst oder über die App und den smarten Assistenten anpassen. Die Maße (L x B x H) betragen 5,5 cm x  5,5 cm x  9,4 cm.

Ketotek bietet ein smartes Thermostat für die Fußbodenheizung an. Dieses ist für rund 50 Euro in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Es werden diverse Fußbodenheizungen unterstützt und beim Installieren erfolgt eine Unterputzmontage. Die Nachrüstung ist somit aufwendiger als bei montierten Heizkörpern.

Smartes Heizen ab 30 Euro

Für 30 Euro ist das Eurotronic 700083 Comet Plus Heizkörperthermostat verfügbar. Die Einstellungen können direkt am Comet Plus oder am PC vorgenommen werden. Die Temperatur lässt sich jederzeit manuell am Thermostat anpassen. Zusätzlich sind eine Fenster-offen-Erkennung sowie eine Urlaubsfunktion und eine Frost- und Kalkschutzfunktion beziehungsweise eine automatischen Sommer- und Winterzeitumstellung mit an Bord. Im Gehäuse (7 cm x 6 cm x 9 cm) sind zwei AA-Batterien untergebracht, die im Lieferumfang enthalten sind.

Weitere Produkte rund ums smarte Heizen

Neben den bereits erwähnten intelligenten Heizungsthermostaten finden sich im Handel noch diverse weitere Produkte, die sich kombinieren lassen. Dazu zählt unter anderem das Homematic IP Smart Home Wandthermostat mit Luftfeuchtigkeitssensor. Besagtes Thermostat misst Soll- und Ist-Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit. Zudem ist ein zeitgesteuertes Regulieren der Raumtemperatur möglich.

Aufgrund der Funkkommunikation kann das Messgerät frei im Raum platziert werden. Für die Stromversorgung sind zwei AAA-Batterien verantwortlich. Die Abmessungen betragen bei einem Gewicht von 100 g ‎8,6 cm x 8,6 cm x 2,5 cm. Das Homematic IP Smart Home Wandthermostat ist derzeit für unter 60 Euro im Handel erhältlich.

Tado führt ebenfalls einen Funk-Temperatursensor im Portfolio. Mit diesem lassen sich mehrere smarte Heizkörper-Thermostate im selben Raum steuern. In der App können intelligente Zeitpläne erstellt werden. Außerdem ist es möglich vorzugeben, in welchem Raum wann geheizt werden soll. Auch der Tado-Sensor kann an einem beliebigen Ort aufgestellt werden. Dabei gilt zu beachten, dass der smarte Temperaturfühler seinen Dienst nur in Verbindung mit einem separat erhältlichen Tado Starterkit (V2, V3, V3+) ordnungsgemäß erfüllt. 

Mit dem AVM FRITZ!DECT 440 erhalten alle Käufer für 60 Euro einen portablen und konfigurierbaren Taster für die Smart-Home-Bedienung. In Kombination mit einer FRITZ!Box mit DECT-Basis können so nicht nur die smarten Lampen oder Steckdosen kontrolliert werden, sondern auch Einstellungen an den FRITZ!-Heizkörperreglern vorgenommen werden. Bis zu zwölf Geräte oder Gerätegruppen können so gesteuert werden. Eine separate Stromversorgung ist für die Installation nicht notwendig.

Smarte Heizkörperthermostate und die IT-Sicherheit?

Auch bei intelligenten Thermostaten gelten die gleichen Empfehlungen, die wir bereits im Artikel Philips Hue vs. Nanoleaf genannt haben. Insbesondere regelmäßige Updates der Firmware sollten keinesfalls vernachlässigt werden. Zudem ist es sinnvoll, allen smarten Geräten im Haus ein eigenes, separates VLAN- beziehungsweise WLAN-Netz zur Verfügung zu stellen und sie so von allen anderen Devices zu trennen.

Im Idealfall wird den smarten Produkten der Zugang zum Internet gänzlich verwehrt. Allerdings stehen dann je nach Anbieter diverse Funktionen nicht zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Zugänglichkeit der Updates beeinträchtigt, da für diese nun manuell Internetzugriff eingerichtet werden muss. In der Praxis ist das meistens mühsam.

Wie sicher sind smarte Heizkörperthermostate?

Ein smartes Produkt, das 100 % sicher ist, gibt es nicht und wird es auch nie geben. Nutzer, die auf namhafte Hersteller setzen und regelmäßig Updates installieren, haben grundsätzlich wenig zu befürchten. Wer zusätzlich die betroffenen Geräte vom restlichen Netzwerk isoliert, ist gut aufgestellt. Etwas problematischer sieht es allerdings mit Heimvernetzungsdiensten wie ZigBee aus. Zwar ist das schon eine Weile her, jedoch existierte 2016 eine Sicherheitslücke im System, die dann kurz danach vom Hersteller wieder geschlossen wurde. Dokumentiert wurde der Vorfall im damaligen Golem-Artikel.

Kann ich smarte Heizkörperthermostate auch mit Alexa, Siri oder anderen Assistenten nutzen?

Dies hängt natürlich stark vom Hersteller beziehungsweise Produkt ab. Wie unsere vorgestellten Produkte zeigen, unterstützt ein Großteil der Hersteller eine Sprachsteuerung über einen smarten Assistenten. Hierfür werden jedoch weitere Geräte benötigt. Eine direkte Kommunikation erfolgt nicht. Essentiell bei der Verbindung mit Assistenten ist aber immer die Verbindung mit demselben Netzwerk, welches in diesem Fall auch Internetzugang haben muss.

Wie viel Geld kann ich mit einem smarten Heizkörperthermostat sparen?

Pauschal lässt sich dies leider nicht beantworten. Ein wichtiger Faktor sind natürlich die Anschaffungskosten. Diese müssen sich zunächst amortisieren. Erst dann kann von einer wirklichen Ersparnis die Rede sein.

Auch wenn manch ein Hersteller mit rund 30 % weniger Kosten wirbt, bedeutet dies keinesfalls, dass für jeden Nutzer solch eine pauschale Reduzierung bei den Heizkosten möglich ist. Hier spielen zusätzlich die eigenen Gegebenheiten eine wichtige Rolle.

Wer sich unsicher ist, sollte zunächst mit einem Heizkörperthermostat beginnen und gegebenenfalls das Smart Home weiter ausbauen. Nur so lassen sich verbindliche Werte ermitteln und das mögliche Potenzial der Einsparungen beurteilen. Generell gilt natürlich, umso mehr geheizt wird, umso mehr kann auch anteilig gespart werden.